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Sommer, Sonne, Separee – Commandress – FLR, Femdom und Beziehung
Ich denke, es fällt oftmals schwer, Dinge – insbesondere emotionale Dinge – aus einer anderen Perspektive als der eigenen zu betrachten. Für mich war es sehr lange ein echtes Mysterium, nachzuvollziehen, was wohl einen devoten oder gar submissiven Menschen antreibt, so zu empfinden, wie er es tut.
Nach all den Jahren, in denen ich mich inzwischen mit dem Thema BDSM und D/s-Beziehungen beschäftige, habe ich eine gewisse Ahnung davon entwickeln können, was es sein könnte. Aber natürlich ist auch das ausgesprochen individuell und vielschichtig.
Deshalb ist es besser, ich rede in diesen Belangen nur von mir und meiner ganz eigenen Gefühlswelt. Da kann ich mit Gewissheit sagen: Das ist meine Wahrheit.
Dominanz als Persönlichkeitsmerkmal
Also: Was ist meine Dominanz – und wie fühlt sie sich an?
Für mich ist sie definitiv ein sehr wichtiger, tragender Teil meiner gesamten Persönlichkeit. Ich weiß sehr genau, was ich will und wie ich es will. Und vor allem: wie nicht. Ich trage ausgesprochen gerne Verantwortung, bin nicht leicht aus der Fassung zu bringen und behalte meist auch in konfusen Situationen den Überblick. Außerdem denke ich gerne für andere mit und stehe zu meinen Entscheidungen.
Gerade im Privaten genieße ich es, den Weg vorzugeben – und liebe es, wenn man mich das vertrauenvoll tun lässt. Man lasse mich entscheiden, und ich bin zufrieden. Ich hadere auch wirklich ausgesprochen selten im Nachhinein mit meinen Entschlüssen. Im Gegenzug fällt es mir allerdings eher schwer, mich damit abzufinden, wenn jemand anderes für mich entscheidet oder über mich bestimmt.
Das ist also insgesamt eigentlich ein ziemlich einfaches Muster.
Das Sexuelle
Auf der sexuellen Ebene nimmt das Ganze dann erst richtig Fahrt auf: Ich würde behaupten, dass Passivität und „den Kopf abschalten“ absolut kontraproduktiv für meine Lust sind. Im Gegenteil: Mein Hirn muss in der Aktion aufgehen, damit Erregung für mich überhaupt so richtig möglich ist. Passives Nichtstun und den Seestern spielen bringt mir so gut wie nichts; es langweilt mich meist bald.
Ein Gegenüber, mit dem ich meine (zugegebenermaßen oft grenzwertig fragwürdigen) Ideen umsetzen kann und bei dem ich das Gefühl habe, dass er es tatsächlich genießt, begeistert mich hingegen schnell und inspiriert mich zu immer mehr. Sobald ich bemerke, welche Auswirkungen meine geflüsterten „Androhungen“ oder meine kleinen kreativen Gemeinheiten auf seinen Geist und seinen Körper haben, triggert das direkt etwas in mir – und in meiner Libido.
Es erregt mich, durch mein aktives Tun einen deutlichen Effekt zu erzielen. Ist dieser durch mich kontrollierbar, nicht aber durch meinen (Spiel-)Partner, ist es für mich perfekt.
Ich glaube, das ist tatsächlich einer meiner Hauptmotivatoren für sexuelle Dominanz: die Übernahme der Kontrolle über seine Erregung. Die Energie, welche dadurch entsteht, kommt direkt zu mir zurück und trifft mich in meinem Innersten.
Es ist, in meinen Augen, ein weitverbreiteter Irrtum, dass Dominanz nur (oder hauptsächlich) Selbstzweck ist. Für mich ist sie eher eine Art gemeinsamer Tanz: Ich brauche definitiv die Resonanz meines Gegenübers, um meine eigene Kraft voll zu spüren. Teilweise kann dies so dermaßen allumfassend befriedigend für mich sein, dass der Gedanke an einen eigenen Orgasmus dabei absolut in den Hintergrund tritt. Und gleichzeitig erhoffe ich mir, dass es ihn ebenso erfüllt, sich führen zu lassen. Denn erst das macht es perfekt.
Das, was sich in solchen Momenten in meinem Kopf und meinem ganzen Körper abspielt, ist um Welten besser.
Fokus und Verbindung
Warum dem so ist, kann ich nicht sagen. Ich habe auch große Freude an „normaler Sexualität“, klar. Aber wenn ein Spiel aus Dominanz und Unterwerfung so richtig losgelöst eskaliert, ist das einfach nicht zu toppen.
Ich finde es selbst spannend, wie dieser Tunnel der Erregung es schafft, vollkommen unproblematisch neben einem absolut klar denkenden Geist zu existieren. Niemals hatte ich bisher das Gefühl, mir würde ein Spiel entgleiten. Im Gegenteil: Ich bin dabei so extrem auf meinen Sub fokussiert, dass ich ihn, seine Emotionen und seine Regungen überdeutlich wahrnehme. Es ist eher die Umgebung, die dabei vollkommen ausgeblendet wird.
An sich bin ich weder ein sonderlich spiritueller noch ein übermäßig sensibler Mensch. Aber wenn ich im BDSM auf jemanden treffe, der es schafft, diese Saite in mir so richtig ins Schwingen zu bringen, ist das eine ganz besondere Art der Connection. Und lustigerweise braucht es dafür gar nicht viel mehr als sein Vertrauen in mich und die Begeisterung dafür, mich einfach machen zu lassen.
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