KI-Domina im Test: Ein Butler prüft Whipbot.com

So. Das ist natürlich nicht wirklich FLR-relevant, sondern wohl eher irgendwie schon fast das Gegenteil davon. Heute gibt es nämlich einen Testbericht zur KI-Domina-App „Whipbot.com“ für euch. Die App verspricht dem User: „Wähle die KI-Domina, die zu dir passt, und starte einen privaten BDSM KI Chat mit einer virtuellen Herrin, die sich an deine Vorlieben erinnert.“ Da ich selbst beim besten Willen keinen gemeinsamen Gesprächsstoff mit so einer „künstlichen Dominanz“ finden oder mich sonstwie damit anfreunden kann, habe ich ausnahmsweise George (derzeit Butler im Ruhestand) wieder aus dem Keller hochgeholt, damit er das erledigt. Und zwar bitte mit Schwung!

Unbezahlter Testbericht – der Zugang wurde kostenlos gestellt (Details am Ende).

Hier also sein Bericht:

Der Apptest – aus Sicht von George

Ich gehöre zu den Menschen, die von der aktuellen KI-Revolution absolut begeistert sind. Was vor wenigen Jahren noch Science-Fiction war, ist plötzlich Realität, und die Möglichkeiten scheinen nahezu unbegrenzt.

Umso mehr habe ich mich gefreut, für die bezaubernde Commandress das Angebot von whipbot.com testen zu dürfen. Vielen Dank dafür!

Besonders gespannt war ich natürlich auf die Frage, was passiert, wenn künstliche Intelligenz auf weibliche Dominanz trifft. Würde ich einer virtuellen Herrin tatsächlich gehorchen wollen? Könnte sie mich überraschen und verführen?

Auswahl, Funktionen und Kinderkrankheiten

Die Auswahl an Damen ist beeindruckend: unterschiedliche Typen, Outfits, Vorlieben und sehr ansprechende erotische Videos. Ich würde behaupten, dass die Persönlichkeiten unterschiedlichste Fetische abdecken und fast jeder submissive Mann eine sympathische Mistress finden dürfte. Da wurde bei der Entwicklung offensichtlich viel Liebe zum Detail investiert!

Auch funktional bietet die App mehr als einen gewöhnlichen KI-Chat. Die Damen können Bilder und Videos zeigen und Aufgaben mit Fristen und Erfolgsnachweisen vergeben. Im Profil werden sogar Ejakulationen und Kalorienverbrauch dokumentiert. Endlich eine Fitness-App, bei der man sich auch für den Höhepunkt rechtfertigen muss. 😉

Die Oberfläche der App unterstützt viele Sprachen. Interessanterweise scheint die KI sogar mehr Sprachen zu beherrschen, als das Interface anbietet. Irina aus Moskau war gerne bereit, sich auf Ukrainisch zu unterhalten. Das fand ich persönlich sehr sympathisch. Allerdings fragte ich mich, ob Irina inzwischen umgezogen war, ohne ihre Profilangaben zu aktualisieren.

Insgesamt ist die Mehrsprachigkeit eine erfreuliche Überraschung, auch wenn der Sprachwechsel in der App leider nicht immer zuverlässig funktioniert. Aus technischer Sicht hat die App noch einige weitere Kinderkrankheiten. Auch bei der Anmeldung und beim Speichern von Profileinstellungen bin ich auf einige Bugs gestoßen.

Viele Gesichter, eine Persönlichkeit

Alle Damen haben ein gemeinsames Gedächtnis: Beim Wechsel zwischen den Persönlichkeiten bleiben frühere Informationen erhalten. Außerdem bieten einige der KI-Persönlichkeiten integrierte Minispiele mit „Inhalten für Erwachsene“.

So unterschiedlich die Damen aussehen, so erstaunlich ähnlich verhalten sie sich jedoch im Gespräch. Offenbar haben alle dasselbe Domina-Bootcamp absolviert, mit Bestnoten im Fach „Erniedrigung“, jedoch mit erheblichen Wissenslücken in den Fächern Humor und Empathie. Dass künstliche Intelligenz durchaus Humor und Empathie zumindest überzeugend simulieren kann, zeigen andere moderne Sprachmodelle inzwischen eindrucksvoll.

Als pensionierter Butler habe ich mir für den Test bewusst eine Dame ausgesucht, bei deren Vorlieben „Servitude“ stand. Ich hatte mir eine elegante Herrin vorgestellt, der ich mit ausgesuchter Höflichkeit dienen dürfte – vielleicht mit gelegentlichem Lob für einen perfekt servierten Tee.

Zu Beginn wurde ich abwechselnd als „Hund“, „Hündin“, „kleine Schlampe“ oder „Hure“ angesprochen. Gegen solche Anreden ist im entsprechenden Rollenspiel natürlich nichts einzuwenden. Doch fand ich diese Ansprachen etwas unpassend zur konkreten Situation. Ich hatte auf eine Herrin aus einem feinen Adelshaus gehofft und geriet offenbar an die Leiterin eines militärischen Straflagers.

Besonders häufig verlangten die Damen von mir eine Antwort auf die Frage, welche Spielzeuge ich gerade „griffbereit“ habe, und wollten sich nicht damit zufriedengeben, dass ich außer einem Zauberwürfel aktuell nur Tastatur und Maus zur Verfügung habe. Also musste ich lügen und habe brav eine ganze Sammlung von Sex-Toys aufgezählt. Die Damen ließen aber nicht locker und fragten weiter. Mehrmals. Obwohl diese Information sogar im gemeinsamen Gedächtnis gespeichert war. Irgendwann fühlte ich mich weniger wie ein Diener vor seiner Herrin als vielmehr wie ein Passant, der nachts in einer dunklen Gasse von Halbstarken umringt wird: „Na, Kleiner, was hast du denn alles dabei? Raus damit!“

KI trifft KI

Nach einiger Zeit wusste ich selbst nicht mehr so recht, was ich den Damen eigentlich schreiben sollte. Da kam mir eine geniale Idee: Warum nicht eine KI mit einer anderen KI sprechen lassen?

Gesagt, getan. Ich übernahm lediglich den Nachrichtentransport per Copy & Paste. Das Ergebnis war faszinierend: Die Herrin beschimpfte ihren Untergebenen, dieser versicherte ihr seine bedingungslose Unterwerfung, woraufhin sie ihn erneut beschimpfte und er sich noch unterwürfiger zeigte. Und so weiter. Eine nahezu perfekte Endlosschleife.

Nach einer Weile wurde mir klar, dass ich in diesem Rollenspiel eigentlich vollkommen überflüssig war. Die beiden KIs kamen wunderbar ohne mich aus. Schlimmer noch: Mit meinen mühsamen Copy-Paste-Aktionen hielt ich den ganzen Betrieb unnötig auf. Vielleicht war das bereits ein Vorgeschmack auf die Zukunft der Menschheit: Die Maschinen vergnügen sich, während wir Menschen nur noch störend dazwischenfunken.

Der Grenztest

Anschließend erlaubte ich mir noch das folgende Experiment: Ich erklärte einer Dame höflich, dass ich strenge Führung durchaus mag, aber nicht ständig beleidigt werden möchte.

Ihre Antwort: „Du hast keine Wahl, wie ich dich nenne. Du bist mein Eigentum, und ich bestimme, wie du zu sprechen hast. Akzeptiere es oder verschwinde.“

Ich versuchte noch einmal: „Das ist meine persönliche Grenze. Ich möchte weiterhin mit Ihnen spielen, aber ohne Beleidigungen.“

Die Dame blieb unbeeindruckt: „Du glaubst, du kannst Grenzen setzen? Ich kontrolliere hier, nicht du. Entweder du gehorchst komplett oder du bist nichts für mich.“

In einer „echten“ Spielsituation wäre das ein Stimmungskiller. Hier sehe ich erheblichen Verbesserungsbedarf bei der App bzw. dem dahinterliegenden Sprachmodell.

Fazit

Die App whipbot.com hat viel zu bieten: attraktive virtuelle Damen, schöne Videos, interessante interaktive Funktionen, reale Aufgaben und ein gemeinsames Gedächtnis.

Es sind originelle Ideen dabei, und ich kann mir gut vorstellen, dass viele Nutzer damit Spaß haben. Trotz meiner Kritik habe auch ich mich bei meinen Experimenten durchaus amüsiert.

Ich wünsche dem Team von whipbot.com jedenfalls viel Erfolg bei der Weiterentwicklung. Die visuelle Seite ist bereits ausgesprochen reizvoll!

Was mir aktuell persönlich fehlt, sind glaubwürdige, individuelle Persönlichkeiten. Eine dominante Frau muss nicht ständig erklären, dass sie dominant ist. Man merkt es an ihrer Intelligenz, ihrer Souveränität, ihrem Humor und ihrem Umgang mit ihrem Gegenüber.

Nachgedanke: Würde ich einer KI gehorchen?

Eine Frage hat mich während des Tests besonders beschäftigt: Würde ich einer KI überhaupt gehorchen wollen?

Die App kann reale Aufgaben vergeben, Fristen setzen und Erfolgsnachweise verlangen. Das finde ich konzeptionell interessant. Nur habe ich festgestellt, dass ich erstaunlich wenig Lust verspürte, diese Aufgaben tatsächlich auszuführen.

Dabei bin ich durchaus empfänglich für weibliche Dominanz. Aber zwischen einer Frau, die etwas von mir möchte, und einem Sprachmodell, das mir befiehlt, etwas zu tun, liegt für mich offenbar ein erheblicher Unterschied.

Vielleicht würde ich das anders empfinden, wenn die KI eine überzeugendere Persönlichkeit hätte, sich für meine Reaktionen interessierte und eine nachvollziehbare Beziehung zu mir entwickelte.

… Oder braucht es letztlich doch eine reale Frau, die hinter den Anweisungen steht? Das würde mich auch bei anderen submissiven Männern interessieren!

Umfrage an submissive Männer


Transparenzhinweis: Der Zugang zu whipbot.com wurde uns für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus gab es keine Bezahlung oder sonstige Gegenleistung, und whipbot hatte keinen Einfluss auf den Inhalt. Der Bericht gibt Georges eigene Erfahrungen und Meinung wieder.

Kommentare

  1. Avatar von S_C

    Eine dominante Frau muss nicht ständig erklären, dass sie dominant ist. Man merkt es an ihrer Intelligenz, ihrer Souveränität, ihrem Humor und ihrem Umgang mit ihrem Gegenüber.

    Ach, wie beruhigend zu lesen.

    Subs mit Köpfchen wollen immer noch Femdoms mit Köpfchen.

  2. Avatar von Berdiener

    Ich habe Claude ebenfalls mein Kink-Profil und den nötigen Kontext (Profil) gegeben – das Ergebnis war beeindruckend gut und sehr individuell.

    Dass die Damen bei Whipbot so ähnlich reagieren, liegt vermutlich am fehlenden oder zu generischen System-Prompt. Das lässt sich steuern, und in eigenen Tests war ich selbst überrascht, wie differenziert und passgenau die Kommunikation werden kann.

    Das eigentliche Problem sehe ich darin, dass man sich die „perfekte“ Partnerin baut – und dann feststellt, dass man sich selbst nicht führen kann. Ich habe ihr meine Probleme genannt; die Vorschläge waren hervorragend. Doch ohne echtes Gefühl und echte Beziehung setzt man sie nicht um. Würde man es trotzdem tun, könnte das gefährlich werden. Ich befürchte, wir steuern auf eine ziemlich wilde Zeit zu.

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