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Wie findet man als Sub eine Femdom für eine FLR? Zugegeben: Das Verhältnis von submissiv oder devot fühlenden Männern zu dominanten Frauen ist alles andere als ausgeglichen. Sehr deutlich wird das, wenn wir uns die Zahlen im Online-Dating ansehen.
Generell ist der Anteil von online nach Sex (und Liebe?) suchenden Männern deutlich höher als der von Frauen. Laut Plattformen wie Statista und Branchenanalysen (u. a. Zu-Zweit.de) nutzen aktuell 17,2 Millionen Menschen in Deutschland Online-Dating. Bei klassischen Dating-Apps (z. B. Tinder, Bumble, Lovoo) liegt der Männeranteil dabei durchschnittlich bei 68 %, der Frauenanteil hingegen bei 32 %.
Was die Wissenschaft zum Kink-Markt sagt
Die Erhebung von verlässlichen Daten zu den Rollenpräferenzen im BDSM-Bereich ist methodisch verständlicherweise schwierig. Da das Thema gesellschaftlich oft noch tabuisiert ist, hängen die Zahlen stark davon ab, wer gefragt wird: die breite Bevölkerung oder die aktive BDSM-Szene.
Wissenschaftliche Studien und großflächige Umfragen (unter anderem aus Deutschland, Westeuropa und den USA) zeigen jedoch ein sehr klares, wiederkehrendes Muster: Es gibt einen erheblichen Überschuss an submissiven Männern und einen deutlichen Mangel an dominanten Frauen. Das spiegelt auch so ziemlich exakt den Eindruck wider, den ich persönlich habe.
Repräsentative Untersuchungen – wie eine Studie der Indiana University oder skandinavische Bevölkerungsbefragungen – zeigen, dass BDSM kein reines Nischenphänomen mehr ist:
- Das Fundament: Circa 40 % bis 70 % der Menschen haben sexuelle Fantasien, die BDSM-Elemente enthalten.
- Der Engpass: Nur ein verschwindend geringer Anteil der Frauen (ca. 3–5 %) mit Kink-Interesse identifiziert sich als ausschließlich dominant.
- Die Verteilung: Bei Männern ist das Spektrum balancierter, verschiebt sich aber im Vergleich zu den Erwartungen der traditionellen Geschlechterrollen stark in Richtung Submission (ca. 35–40 % submissiv gegenüber 25–30 % dominant und 35–40 % switchend).
Betrachtet man also das Verhältnis von ausschließlich submissiven Männern zu ausschließlich dominanten Frauen, ergibt sich laut den Community-Daten ein eher tragisches Verhältnis von fast 6 zu 1.
Ein zusätzlicher Aspekt aus groß angelegten Umfragen (z.B. von Aella, mit 970 000 Befragten ) kommt erschwerend hinzu, wenn es um eine FLR als Beziehungsmodell gehen soll: Etwa die Hälfte der BDSM-Praktizierenden trennt die Rolle strikt vom Alltag und lebt diese nur im Schlafzimmer aus.
Wie also soll es für den männlichen Singlesub überhaupt möglich sein, seine Femdom für ein Leben in einer FLR zu finden? Es muss ja so vieles passen: die Neigung, der Mensch mitsamt seinem Charakter, Intellekt und Aussehen – und dann auch noch die räumliche Nähe. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das eine gewisse Hoffnungslosigkeit auszulösen vermag.
Das Elend in den Postfächern
Das waren die schlechten Neuigkeiten. Nun folgen die guten (also für die Subs):
Irrer Weise führt das alles – also diese gesamten Fakten – keineswegs dazu, dass sich die suchenden Devotlinge sonderlich ins Zeug legen. Nope. Nein. Dem ist nicht so, auch wenn ich den aufkeimenden Protest jetzt schon hören kann.
Nein, Spam ist keine „Mühe“.Das heißt: Der Konkurrenzdruck unter suchenden Subs ist zwar hoch, gleichzeitig nutzen erstaunlich viele ihre wenigen Chancen verdammt schlecht.
Ich bin Femdom. Einige meiner besten Freundinnen sind Femdoms. Und wir tauschen uns aus. Ständig und ausführlich. Was wir allesamt andauernd erleben, sind männliche Versuche der Kontaktaufnahme, die irgendwo zwischen „Hallo wie geht’s“-Einzeilern, sexuell überladenen Handlungsanweisungen, Emojis und einfallslosen Copy-and-Paste-Romanen rangieren. Ach ja: Und neuerdings landet auch noch jede Menge KI-Gesülze in unseren Postfächern.
Ich weiß, viele Menschen nutzen inzwischen KI auch für die persönlichste Kommunikation, weil sie unsicher sind, ihre eigenen Worte für ihre Neigung nicht finden oder schlichtweg Angst vor Ablehnung haben. Das Resultat ist dann aber leider meist ein glattgebügelter, unauthentischer Inhalt, der eher abschreckt als anzieht. Wer eine reale Partnerin sucht, muss eben auch mit seiner eigenen, realen Stimme sprechen. Mit allen Ecken und Kanten.
Es ist wahrlich nicht allzu schwer, positiv aus dieser Masse hervorzustechen. Wirklich nicht! Und das wäre doch schon mal ein echter Anfang.
Natürlich gibt es auch auf der anderen Seite unrealistische Erwartungen, miese Kommunikation und Frauen, die wenig Eigeninitiative zeigen. Schlechte (oder einfach unbeholfene) Partnersuche ist kein rein männliches Phänomen. Dieser Artikel richtet sich allerdings an suchende Subs – und deshalb konzentriere ich mich auf die Fehler, die ich aus dieser Perspektive am häufigsten beobachte.
Wir suchen Partner, keine Fetisch-Erfüller
Klar: Nicht jede Femdom passt zu jedem Sub, egal wie bemüht, nett, schön oder klug er ist. Wir beide sind eben echte Menschen mit ganz eigenen Bedürfnissen, Vorlieben und Vorstellungen. Die müssen harmonieren. Aber um herauszufinden, ob das womöglich der Fall sein könnte, braucht es eben mehr als eine platte Vorlage.
Das Geheimnis ist: Wir möchten als vollständige Menschen wahrgenommen werden. Nicht als Erfüllerinnen eurer sexuellen Träume, nicht als Fetischobjekt, nicht als Abziehbild eurer Fantasien. (Mehr dazu, warum das gängige Klischeebild von der Femdom ohnehin selten stimmt, in meinem Artikel Femdomsein.)
Sub zu sein und eine möglichst tabuarme „Nutzungsliste“ mitzubringen, reicht nicht. Uns per PN „wahnsinnig toll“ zu finden, ist auch kein Argument.
Wenn ich auf der Suche nach einem passenden Sub bin, suche ich einen Partner. Einen Menschen, von dem ich mir vorstellen kann, dass er in mein buntes Leben passt, meine Spielfreude, aber auch meine Sorgen teilt. Einen Mann, dem ich gerne zuhöre und der mich gerne erzählen lässt. Den ich rundum interessant und spannend finde, der mich zum Lachen bringt und mir beisteht, wenn es einmal schwierig wird. Der ähnliche Werte vertritt wie ich und der zu sich selber stehen kann. Eben einen Menschen, der mein Leben bereichert.
Wem das zu viel ist, der sucht im Endeffekt keine Femdom für eine FLR. Der sucht eine Domina. Und die sind ausgesprochen leicht zu finden – und unkompliziert zu buchen.
Mein Rat: Werdet interessant!
Mein Rat an den suchenden Singlesub ist also: Seid interessant. Warum sollte eine Frau einen uninteressanten Mann an ihrer Seite haben wollen? Geht auf Stammtische, besucht Workshops, Kurse und Events. Führt ein facettenreiches Leben. Werdet von euch aus zu einer spannenderen Version eurer selbst. Bringt etwas mit, wofür man sich als Femdom begeistern kann.
Und dann nehmt Kontakt auf. Echten Kontakt. Nicht „eine erste Mail für alle“, keine KI-Bausteine, keine Einzeiler.
Und ganz wichtig: Lasst eure Vorlieben erst mal in der Schublade. Wenn die geneigte Leserin eures Anschreibens sich dafür interessiert, wird sie es euch schon mitteilen. Damit meine ich nicht, dass ihr verschweigen solltet, dass ihr euch eine FLR wünscht – denn das ist ja schließlich das Ziel eures Schreibens –, sondern dass ihr keine Liste von Dingen und Praktiken mitschickt, die euch erregen. Oder gar direkte „Regieanweisungen“, was mit euch zu tun sei.
Zeigt stattdessen auf, wo ihr Gemeinsamkeiten und ähnliche Interessen vermutet – nein, wieder sind hier nicht die sexuellen Vorlieben gemeint.
Ganz wichtig: Versucht nicht, die Kontrolle im Gespräch an euch zu reißen. Ihr könnt aktiv Angebote machen, aber nicht lenken – weder durch Aufdringlichkeit noch durch Druck oder Drängeln. Sie ist die Dominante. Wenn sie möchte, handelt sie. Die Grenze verläuft nicht zwischen Aktivität und Passivität, sondern zwischen einem respektvollen Angebot und übergriffiger Grenzüberschreitung.
FLR ist kein Erotik-Abo
Ich weiß, das klingt für nicht wenige nach überwältigenden Ansprüchen. Aber letztendlich sind sie das wirklich nicht.
Wer „nur“ eine Femdom für eine gelegentliche Playsession sucht, kann es sich – das ist die gute Nachricht – etwas einfacher machen: sich einen tollen Body antrainieren und dafür sorgen, dass er gut in Latex aussieht. Wenn man es dann nicht aktiv verkackt, findet man bestimmt hier und da eine Frau zum Spielen, da bin ich sicher.
Eine interessante, dominante Frau möchte allerdings einen interessanten, devoten Partner. Insbesondere, wenn es um eine intensive Form der Beziehung wie die FLR gehen soll. Und ob ihr das eventuell sein könntet, zeigt sich eben in der Kommunikation und darin, wie ihr euer Leben führt.
„Interessant sein“ bedeutet nicht, dass man Fallschirmspringer und Millionär sein muss. Nein. Es bedeutet schlicht, ein eigenes, eigenständiges Leben außerhalb des Fetischs zu haben – sprich: Interessen, für die man brennt (und sei es Gartenarbeit, Technik, Kochen oder Lesen), statt darauf zu warten, dass eine Femdom kommt und das Leben für einen „bespielt“.
Ein Sub, der leidenschaftlich von seinen Hobbys erzählt, ist definitiv spannender als einer, der nur schreibt: „Ich bin devot und warte auf deine Befehle.“ Ersteres kann Interesse wecken, zweiteres… eher nicht.
Ist das alles in allem zu viel verlangt, dann sucht ihr gar keine FLR. Denn in einer FLR wird es eh nur noch anstrengender – garantiert.
Weitere Antworten auf häufige Fragen rund um Partnersuche und FLR findest du in den FLR-FAQ. Und wenn du dein erstes Anschreiben verfassen willst: Mit dem Sub-Support Tool #1: Der Erstkontakt-Filter prüfst du es vor dem Absenden noch einmal auf genau die Fallstricke, die hier beschrieben wurden.
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