Sub training – ein kinky Apptest

Kürzlich habe ich euch hier ja schon angekündigt, dass ich vorhabe, die App Sub Training zusammen mit meinem Butler Kay auf Herz und Nieren zu testen.

Warum? Weil ich kreative Projekte aus der Community grundsätzlich spannend finde. Außerdem versprach eine App, mit der man seinen Sub bequem vom Sofa aus drangsalieren und zu Höchstleistungen motivieren kann, eine durchaus lohnenswerte Freizeitbeschäftigung zu sein.

Nach einer kurzen Absprache mit Alexa Wolf – selbst Femdom sowie Erfinderin und Entwicklerin der App – bekamen wir also direkt zwei Premium-Zugänge eingerichtet, um uns auf diesem neuen Spielplatz kreativ auszuleben.

Kurzer Transparenz-Hinweis, bevor’s losgeht: Die Premium-Zugänge kamen kostenlos von der Entwicklerin – bezahlt hat uns für den Test keiner, und die Meinung, die ihr gleich lest, ist ungefiltert unsere eigene.

Hier kommt nun erstmal Kays Sicht auf die Dinge – am Ende gibt es dann auch noch mein persönliches Fazit.

Der Apptest – aus Sicht von Butler Kay

Als mich die Commandress fragte, ob ich ihr beim Testen der App Sub Training als Sparringspartner behilflich sein würde, bedurfte es ziemlich genau zwei Seku… ich sagte natürlich Ja. Trainiert zu werden, eventuell überwacht zu werden, geliebte Kinks unter Anleitung ausleben zu dürfen und gleichzeitig zur Freude der Herrschaft (und natürlich für den eigenen Benefit) an den eigenen Schwächen arbeiten zu dürfen – sounds great.

Also: Premiumversion aktiviert und von da an in und mit der Browserversion trainiert. Wir haben die App ziemlich zeitgleich gestartet, und das Onboarding war wirklich einfach.

Neigungsprofil und Steuerung

Zunächst beantwortet man einen Fragebogen zu Kinks, Fetischen und Einstellungen – ob man dieses und jenes mag und, falls ja, bis zu welchem Grad. Es wird quasi ein Neigungsprofil erstellt. Ich hatte dies intuitiv, sprich ohne lange zu überlegen, beantwortet und war nach wenigen Minuten damit fertig. (Später sollte sich herausstellen, dass die Dom denselben Bogen beantwortet und sich aus dem Abgleich der Überschneidungen Vorschläge fürs Training ergeben.)

Es folgte das Erkunden der Menüs und Reiter. Selbstredend sollte meine Trainerin die maximale Kontrolle haben: Der entsprechende Haken war gleich gesetzt und von da an wurde mein Trainingsplan durch die Commandress bestimmt.

Das Spielprinzip: Ziele, Erfolge und Minuspunkte

Grundsätzlich dient Sub Training wohl dazu, das bestehende Machtgefälle einer BDSM– oder D/s-Beziehung digital in den Alltag zu verlängern und Aufgaben sowie Kinks spielerisch zu strukturieren.

In der App funktioniert das über folgende Prinzipien:

  • Punkte: Man kann durch erfolgreiches Absolvieren von Zielen Punkte bekommen – die allerdings keine weitere Auswirkung haben als das gute Gefühl, eben Punkte gemacht zu haben.
  • Erfolge & Rangliste: Manche Ziele sind mit sogenannten „Erfolgen“ versehen, die wiederum mit Medaillen und einem eigenen Punktesystem verbunden sind – woraus sich eine Rangliste ergibt.
  • Individuelle Aufgaben: Es können individuelle Aufgaben (bestehend aus Zielen) von der Dom auf den Sub übertragen werden.

Kurz darauf wurde die erste Auswahl an Trainingsmöglichkeiten – genannt Ziele – in meinem Teil der App sichtbar. Auf Seiten der Dom gibt es dutzende Auswahlmöglichkeiten, und ich bekam ihre Favoriten übertragen.

Die Commandress hatte grundsätzlich drei Arten von Zielen für mich erstellt:

  • No-Nos: Wenn ich das mache, bekomme ich Minuspunkte (z. B. Orgasmen, Alkohol trinken, Mansplaining usw.).
  • No-Yes-Ziele: Ein Ziel startet zuerst im Minus und wandert dann mit steigender Zeit ins Plus. Beispiel Klammern: Das Ziel beginnt mit minus 200 Punkten. Jede Minute bringt 10 Punkte. Das heißt: Nach 20 Minuten Tragezeit ist man auf „0″, und von da an wächst das Punktekonto. (Die anfänglichen Minuspunkte sollen dazu beitragen, dass gewisse „spaßige“ Dinge, wie Nippelklammern oder Plugs, erst dann Punkte generieren, wenn es anfängt spannend zu werden – und eben nicht nur mal eben so für fünf Minuten just for fun gemacht werden.)
  • Yes-Yes-Ziele: Beginne ich ein solches Ziel, gibt es sofort Pluspunkte – wie etwa bei Hausarbeit, Gemüse essen, Fitnessübungen usw. (Noch nie war Blattsalat so kinky!)

Als schöne Spielerei wurden mir manche Ziele als Daily Routines vorgegeben (Nacktsein, Edgen, Haushalt usw.). Sprich: Wenn hier die Mindestzeit nicht erreicht wurde, werden die damit verbundenen Punkte direkt als Malus abgezogen.

Zugang zu den Zielen hat man jederzeit über das Dashboard. Hier kann man einfach durch Tippen ein Ziel starten oder beenden – oder, falls man es mal vergessen haben sollte, dieses nachtragen.

Praxistest und Support

Auf Sub-Seite funktioniert die App soweit erst einmal gut. Anfangs gab es zwar beim Abgleichen der Ansichten noch kleinere Hänger und Abweichungen zwischen der Commandress und mir, aber jegliches Feedback und Bug-Reports wurden vom Support blitzschnell binnen Minuten oder Stunden beantwortet.

Das Spiel begann also und ich erledigte schön brav meine Aufgaben: führte den Haushalt, verlebte den Tag oder die Nacht restriktiv gefesselt oder widmete mich meinem Fitness- und Atemübungsprogramm – selbstredend immer alles auf Wunsch der Commandress und schön dokumentiert durch Foto- und Videobelege.

Der Weg nach oben

Ich gewann die ersten Medaillen und kletterte im Ranking nach oben. Nachdem die Commandress mir auch die Einsehbarkeit der Rangliste freigegeben hatte, konnte ich meinen Fortschritt selbst überprüfen.

Leider waren viele meiner individuellen Ziele nicht mit Medaillen und Ranglistenpunkten versehen. Motiviert durch die Commandress gab ich dennoch alles und konnte bis zum Ende des knapp zweiwöchigen Tests einen Mittelfeldplatz erkämpfen.

Nach zwei Wochen intensiven Testens und Dokumentierens nahte der Jahresurlaub und alle Einstellungen wurden auf den integrierten „Urlaubsmodus“ gesetzt. Sprich: Ziele konnten in dieser Zeit nicht weiter bearbeitet werden, und wir erklärten den Test vorerst für beendet.

Unser Feedback & Verbesserungswünsche

Ich durfte eine Liste führen, wie die App verbessert werden könnte. Folgende Punkte sind uns auf beiden Seiten aufgefallen:

  • Einstiegshürde: Die Orientierung zu Beginn ist nicht ganz intuitiv. Insbesondere wenn beide Seiten neu damit arbeiten, bleiben an der ein oder anderen Stelle Fragezeichen. Nach ein, zwei Tagen hat sich jedoch eine gute Routine eingestellt.
  • Konkretisierung von Zielen: Es wäre klasse, wenn die vorab hinterlegten Ziele durch ein Textfeld spezifiziert werden könnten (z. B. Fitnesseinheit heißt: mindestens diese Dauer oder diese Übungen; Atemübung heißt: mindestens 15 Minuten oder 2 Zirkel usw.). All diese Infos mussten bei nahezu jedem Ziel separat definiert werden – das macht zwar auch Spaß, nimmt aber ein wenig das Momentum aus der App.
  • Eigene Aufgaben: Es fehlen komplett frei gestaltbare Ziele – also Blanko-Ziele, die durch die Dom benannt, beschrieben und bepunktet werden können.
  • Kombi-Punkte: Ich finde, es sollte so etwas wie Kombi-Punkte geben. Sprich: Nur wenn alle von der Dom festgelegten Ziel-Kategorien erfüllt sind, gibt es überhaupt Punkte. (Wir Subbys tendieren schließlich dazu, am liebsten immer nur die Dungeon-Themen zu machen. 🙂)

Fazit von Butler Kay

Zusammenfassend bleibt: Die App ist wirklich eine schöne Ergänzung und kann gerade für Paare in einer Fernbeziehung ein spannendes Basis-Tool sein, um im Alltag eine präsente D/s-Dynamik für beide Seiten erlebbar zu machen. Die App macht wenig Arbeit, ist ein gutes Allround-Werkzeug und bringt – sobald man sich an die Steuerung gewöhnt hat – beiden Seiten viel Spaß.

Unser größter Wunsch: Individuell durch die Trainerin bearbeitbare Ziele. Unterm Strich: Empfehlenswert!

Was die Commandress dazu sagt

Auch aus Sicht der „Subtrainerin“ ist die App durchaus ein witziges, lohnenswertes Tool. Ich bin ja bekanntlich bekennendes Spielkind und liebe es, Knöpfe zu drücken, Regler hoch und runter zu schieben und mein Spielzeug somit auch auf Distanz zappeln und schwitzen zu lassen.

Für mich ganz persönlich funktioniert eine App allerdings nie als Selbstläufer, sondern bestenfalls als Verstärker. Das reine Erstellen und Verwalten von Aufgaben ist aus meiner Perspektive nur ein Aufhänger, an dem man sich entlanghangeln kann, um eine Dynamik zu erzeugen. Erst durch den eigenen Input – indem man Bildbelege einfordert, Feedback gibt und das Regelwerk mit der persönlichen Handschrift versieht – entsteht die eigentliche Spannung. Und der Spaß für mich.

Natürlich kann eine App uns nicht die persönliche Präsenz oder die Beziehungsgestaltung abnehmen, das ist klar. Wer Subtraining jedoch als kreatives Spielfeld nutzt, um im Alltag kleine, gemeine Highlights zu setzen und die Dynamik verspielt aufrechtzuerhalten, bekommt ein interessantes Tool an die Hand.

Ein klitzekleines bisschen beleidigt war ich allerdings vielleicht, weil es für mich als Trainerin keine Rangliste zu erklettern gab – ziemlich frech, so etwas.

Insgesamt hatten wir mit Sub Training jedenfalls richtig viel Freude und werden sicherlich hin und wieder darauf zurückgreifen, um Schwung in die Bude zu bekommen. Kay bügelt mit der App nämlich einfach deutlich besser als ohne – woran auch immer das liegen mag.

Kommentare

  1. Avatar von Anouk

    Es gab/gibt keine Ranglisten und Medaillen für die Dom/mes? 🤭

    Ich weiß gar nicht, warum ich da als bratty Sub gerade sehe schmunzeln muss.

    Außerdem wurde meine Fantasie auch gleich angeregt… Man könnte Titel einfügen wie zum Beispiel „böseste Femdom aller Zeiten“ beim Jahresabschluss. 😁

    Ich nehme an die App ist privat und öffentlich nutzbar, was die Einsicht der Ränge betrifft?

  2. […] ist der letzte App-Test verdaut, liegt schon das nächste digitale Helferlein auf dem Tisch. Kay, mein Butler, und ich […]

Bevor du kommentierst: Ich moderiere alle Kommentare nach eigenem Ermessen. Bitte vollständige Kommentarregeln lesen.

Schreibe einen Kommentar