Ein Femdom Mädelsabend Erlebnisbericht von Butler Kay
Das war sie, die passgenaue Antwort der Commandress auf die drückende, schwüle 30-Grad-Sommerhitze: ein spontaner Femdom Mädelsabend mit klarer Ansage: Alle Mann unter Deck – es wird frisch.
Schon unter der Woche hatten wir bei einem prophylaktischen Eis und dem Retten einer Wespe aus Cola (Warum eigentlich?!) die Zutaten für den Mädelsabend ausbaldowert: dezente, sommerliche Drinks, leichte Snacks und vor allem ein wenig Mañana-Mañana – all good things come to those who wait!
Am Tag des Mädelsabends wartete dann neben den üblichen Vorbereitungen und den finishing touches der Location auch der neue Käfig auf seinen ersten Einsatz. Inspiriert durch einen kürzlichen Selbstversuch auf einer sommerlichen Soirée bei Madame Godot hatte der „Will-ich-auch-haben“-Teufel auf der Schulter den Bidding War gewonnen. Folglich thronte das gute Ding ratzfatz – ergänzt um ein paar bewegungseinschränkende Einschubstangen – in der Mitte des Hauptraumes.
Hört sich umständlich an, war aber in der Tat ganz einfach. Und mindestens genauso einfach sprudelten daraufhin ergänzende Ideen aus uns heraus: Kopffixierungen, Namensschilder, Verstrebungen – an grandiosen Ideen mangelte es nicht. Kurz darauf schwebte der Käfig gedanklich schon an Ketten an den Shibari-Fixierungspunkten, während ein imaginärer Delinquent maltraitiert, penetriert und ignoriert wurde … Einfach herrlich, wenn die Perlage der Ideen nur so übersprudelt.
Service im Auge des Sturms
Irgendwann waren alle Gäste eingetroffen, und ich durfte mich meiner Hauptaufgabe widmen: der zuvorkommenden, aber keinesfalls aufdringlichen Bewirtung der Damen.
Da war er wieder – dieser besondere Reiz, der das Knistern ausmacht. Es freut mich einfach, diese exklusive Gästegruppe zufriedenzustellen und die Commandress repräsentieren zu dürfen. Das herausragende Merkmal dieser explosiv-exklusiven Runde ist ja, dass die Damen das Recht haben, ihre Ansprüche durch irrationale Wünsche zu unterfüttern. Auf neutrale Zuschauende mag dieses Verhalten aus der Luft gegriffen wirken – ich genieße es, wenn Kritik adressiert oder revidiert wird oder ich in der Folge gar dirigiert werde.
Es erfüllt mich schlicht mit Stolz, wenn alles läuft, die Gruppe sich findet und die Damen zufrieden sind. Als sich die Runde später Stück für Stück in freudige Erregung geredet hatte, wurden die bereitgelegten Spielzeuge inspiziert. Es wurde ergründet, welche Ideen zur Rezeptur und Würze des Abends passen. Dieses Mal fanden insbesondere die Seile und Erfahrungen der Riggerin BlueRopes besondere Beachtung, und Shibari wurde ausgiebig besprochen.
Mit der Zeit – so konnte ich bei meinen regelmäßigen Dienstgängen feststellen – kreisten die Damen den einzigen im Raum knienden Subby verbal immer mehr ein. Es bedurfte nur noch der Fanfare, dem Signal zur Attacke – und Boy: Attacke it was!
Gefangen in der Dynamik
„Ich glaube, wir sind erst einmal alle versorgt. Du kannst den Service dann einstellen“, beorderte mich die Commandress – womit noch zu rechnen war. Auch dass sogleich an Severin diverse Seiltricks vorgeführt und getestet wurden, lag noch im Rahmen des Absehbaren. Nicht aber, dass ich keine zehn Minuten später selbst fixiert und geknebelt dem blauen Seiltreiben – wenn überhaupt – nur noch aus den Augenwinkeln folgen konnte.
Welche Möglichkeiten hat man denn sonst, wenn man im Käfig sitzt? Richtig: keine. Die Zeit zog sich süß wie türkischer Honig. Als dann noch die Seile ihren Weg in den Käfig fanden, durfte ich ein mir bis dato unbekanntes Maß an Restriktion erfahren und „flog“ förmlich im Käfig.
Dann: Zwischenlandung im Séparée – Luft holen, sacken lassen und sammeln, um nach und nach die Damen wieder mit Erfrishments zu versorgen. Die Löwinnen rasteten im Schatten nach der ersten Jagd, sammelten ihre Kräfte und Gedanken, bevor sie sich abermals Severin zuwandten. Ein blindes, dreibeiniges Zebra in der Savanne hätte an diesem Nachmittag vermutlich mehr Überlebenschancen gehabt als er.
Sommergewitter und Entspannung
Die Commandress hatte mich vor meiner Anstellung darüber aufgeklärt, dass sich im vertrauensvollen Kreis des Mädelsabends hier und da Urgewalten entladen. Und – wenn ich das so sagen darf – es war ein Sommergewitter mit Orkanböen!
Im Auge des Sturms stand Severin, der die volle Aufmerksamkeit der Damen auf sich gezogen hatte. Ob das Knallen von den Peitschen kam oder draußen tatsächlich ein Unwetter tobte – man weiß es nicht. Ebenso wenig, ob nahe Blitzeinschläge die Luft elektrisierten oder der berüchtigte Viehtreiber.
Mich hat er auf alle Fälle elektrisiert: Eine Sekunde der Unaufmerksamkeit beim Service, und schon befand ich mich ebenfalls in einer „misslichen“ Lage und durfte meine Hassliebe zu stromerzeugenden Spielzeugen durchleben und zappelte und jammerte zur allgemeinen Belustigung.
Nun hat die Commandress ja auch eine Verantwortung ihren Gästen gegenüber. Um zu vermeiden, dass ihr elektrisierter Butler ungelenk und ungeschickt noch Gläser umstieße, half sie, ein sehr beruhigendes Setting aufzubauen:
Ich wurde sprichwörtlich durch sie und BlueRopes in die Zange genommen.
Ein paar Dutzend Tackernadeln später waren meine Oberarme mithilfe einer kunstvollen Schnürung an die Unterarme fixiert, und es war nicht viel Fantasie notwendig, um sich einen T-Rex dabei vorzustellen.
Da ist man schon happy – und kann dann erst recht nicht klatschen! Diebische Freude spiegelte sich in den Gesichtern der Damen, als in dieser beengenden und schmerzlichen Position immer wieder Nachschenken verlangt wurde. Guter Service duldet keine Ausreden – wer braucht schon Arme?
Als bei allen Beteiligten nach und nach die Kräfte schwanden, ebbte das Spiel langsam ab. Ruhe nach dem Sturm kehrte ein, die Luft klärte sich. Wir waren auf alles vorbereitet und konnten alle Gäste mit kleinen Snacks und Drinks wieder aufpäppeln – bis schließlich in kleiner Runde, bei Gesprächen über Gott und die Welt und einem wohlverdienten Nightcap, die Klimaanlage wieder ausgeschaltet wurde.
Mein Fazit: Wenn das der sommerliche Gewittersturm war, freue ich mich schon auf die Herbststürme!

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