Kuchen und Spiele im Mai

Es gibt Orte, die wirken von außen harmlos und vielleicht etwas verlottert – und drinnen steht man dann plötzlich in einer Parallelwelt aus Kuchen, Kink und Überraschungen.

Genau so ein Ort ist das Sessorium, in dem ich gestern endlich einmal wieder einen wunderbar entspannten Sonntag beim „Kuchen und Spiele“ verbringen konnte.

Gemeinsam mit meiner großartigen Freundin E. habe ich mich dort durch einen Nachmittag gefuttert und gespielt, der gleichermaßen wohltuend, unterhaltsam und gefährlich lecker war. Gefährlich vor allem wegen des legendären Kuchenbüffets. Über zwanzig verschiedene, selbst gemachte Kuchen standen dort bereit – vermutlich sichtbar aus dem Orbit. Und obwohl wirklich vieles hervorragend aussah, hat sich der Tiramisu-Käsekuchen als mein persönlicher Endgegner herausgestellt. Nemesis! Ich bin sicher: Dieser Kuchen hat Absichten.

Bevor es allerdings in den Spielbereich ging, haben wir uns erst einmal oben an der Bar niedergelassen, die irgendwo zwischen shady Diner und fröhlichem Szenetreff liegt. Dort wurde dann selbstverständlich erst mal das erledigt, was gute Freundinnen eben tun müssen: psychosoziale Grundversorgung in Form von ausführlichem Klatsch und Tratsch. Wer mit wem, warum plötzlich doch wieder nicht, seit wann eigentlich und ob das alles wirklich überraschen sollte. Hochrelevant! Natürlich mit Kaffee und Kuchen, wie das ja auch dem Motto entspricht.

Irgendwann siegte dann trotz deutlicher Käsekuchenerschöpfung doch noch der Spieltrieb, und wir zogen weiter nach unten in die neu dekorierte Playarea.

Dieser Keller hat auf mich jedes Mal denselben Effekt: Man läuft eine Treppe hinunter, geht durch eine unscheinbare Tür und steht plötzlich in einer anderen Welt. Ein bisschen wie durch den Schrank nach Narnia – nur mit deutlich mehr Fesselmöglichkeiten und stabileren Möbeln. Und Platz! Wirklich absurd viel Platz. Das ist tatsächlich etwas, das das Sessorium in der Region einzigartig macht: Raum für Kreativität. Ob Spielen, Fesseln, Bullwhip oder allgemein leicht bösartige Freizeitgestaltung – Wünsche bleiben dort nicht offen.

Besonders verliebt bin ich weiterhin in die kleine Loungeecke hinter Gittern. „Herzig“ ist vermutlich das falsche Wort. Aber auch irgendwie genau das richtige.

Dort haben wir uns jedenfalls direkt häuslich eingerichtet.

Ich finde ja, Räume wirken immer gleich viel wohnlicher, wenn man sie ein bisschen individuell dekoriert. In diesem Fall mit einem recht spontan zugelaufenen Subspielzeug, das ich künstlerisch an der Gitterwand befestigt habe. Große Kabelbinder bleiben einfach eine fantastische Erfindung. Stabil, vielseitig und – richtig eingesetzt – erstaunlich dekorativ. Meine leuchten sogar im Dunkeln.

So konnte ich dann für ein paar Stunden meinem Spieltrieb frönen, wunderbar unterstützt von E., die über die seltene Gabe verfügt, gleichzeitig Mitleid mit meinen Opfern zu haben und sie dennoch mit echter, ungespielter Hingabe auszulachen. Und dieses Auslachen hat inzwischen ein Niveau erreicht, das man vermutlich als Kunstform anerkennen müsste.

Ein Glück hatte ich wohlweislich ein paar spannende Utensilien in meine Tasche gepackt, von denen nun einige zum Einsatz kommen durften. Kurz gesagt: Wir hatten alle drei einen ausgesprochen schönen Sonntag, würde ich sagen. Jeder halt auf seine Weise.

Und das Beste daran? Um Punkt 19 Uhr war ich schon wieder entspannt und zufrieden zu Hause – mit leichtem Kuchenübergewicht und sehr guter Laune.

Kommentar

  1. Avatar von

    Danke

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