Der Mann schrubbt auf Knien den Boden, während die Frau sich die Nägel lackiert – ist das FLR?
Zum Thema „Haushalt in der FLR“ erreichen mich immer wieder viele Fragen. Meistens geht es um das klassische Bild: Macht der Mann in einer FLR grundsätzlich den gesamten Haushalt?
Nein. Macht er nicht. Es gibt nämlich überhaupt keine „Grundsätzlichkeit“ in einer FLR – außer der einen: Die Frau hat das letzte Wort in den Bereichen, die vorher gemeinsam abgesprochen wurden. Natürlich kann eine führende Frau entscheiden, dass ihr Mann den Haushalt komplett übernimmt. Dann ist das so.
In der Realität ist das jedoch ausgesprochen selten der Fall – und zwar aus ganz pragmatischen Gründen der Praktikabilität. Unser modernes Leben ist so dermaßen vollgestopft mit Pflichten, dass es schlicht kaum jemand alleine leisten kann, einen Mehrpersonenhaushalt zu führen, während er oder sie nebenbei Vollzeit arbeitet. In der Rente mag das anders aussehen, aber das ist dann doch eher ein Sonderfall.
Fast alle FLR-Paare (und andere D/s-Konstellationen), die ich kenne, teilen sich den Haushalt ebenso wie das Geldverdienen irgendwie untereinander auf.
So schön die Vorstellung ist, nach einem langen Tag in ein perfektes Heim zu kommen, die unbequemen Schuhe ausgezogen zu bekommen und mit einem Buch auf das fertige Essen zu warten: Mir ist klar, dass solche Momente die Ausnahme bleiben müssen. Man kann das „mal machen“, aber die alltägliche Realität sieht auf Dauer doch meist anders aus.
Viel realistischer ist das gezielte Delegieren einzelner Aufgaben. Ich zum Beispiel koche leidenschaftlich gerne. Ich habe es immer genossen, mich kulinarisch auszuleben, während das Eigentum mir zuarbeitete, anreichte, aufräumte und spülte. Auch habe ich kein Problem damit, zu saugen oder zu waschen. Das Wäsche-Sortieren, Bügeln und Bad-Putzen überlasse ich hingegen gerne dem Sub.
Das Schöne ist: Haushaltspflichten können durch aktive Kink-Elemente sehr viel erfüllender werden, statt nur lästige Pflicht zu sein. Meine Blusen dürfen beispielsweise nur gebügelt werden, wenn er Plug und Nippelklammern trägt – und ich brauche arbeitsbedingt viele Blusen.
Auch das Badputzen macht optisch deutlich mehr her, wenn er das nackt im niedlichen Schürzchen oder mit schweren Eisenfesseln an Hand- und Fußgelenken tut.
Und wenn er mir zur Belohnung für seine anstrengende Gartenarbeit im Anschluss ausgiebig die Füße massieren darf, haben wir beide etwas davon.
Klar ist allerdings: Für solche Spielereien im Alltag muss man sich die Zeit ganz aktiv nehmen. Und das ist, offen gesagt, manchmal echt anstrengend. Für beide. Es gibt in unser aller Leben genug Situationen, in denen Dinge einfach nur erledigt werden müssen – schnell und effektiv. Und danach warten oft schon die nächsten Aufgaben. Da hat man – und damit meine ich Malesub ebenso wie Femdom – nicht immer die geistigen Kapazitäten oder die Lust auf zusätzliche Ablenkungen und das „sich Gedanken machen“. Zu schnell wird das einfach nur zu einer weiteren Leistungspflicht. Und das ist gefährlich für die Dynamik.
Wenn man es allerdings schafft, solche Momente fest und als Bereicherung in die Hausarbeit zu integrieren, haben am Ende alle Beteiligten mehr Freude an der Sache. Mir geht es auf jeden Fall so!
Von Malesubs lese ich öfter, dass ihre Herrin verlangt, die gesamte Haushalt- und Gartenarbeit alleine zu stemmen, zusätzlich zum Job und der kompletten finanziellen Last in der Partnerschaft.
Im realen Leben bin ich jedoch noch keinem einzigen Paar begegnet, das dies so lebt. Ebenso wenig habe ich jemals eine Frau getroffen, die mir bestätigt hätte, dass dieser radikale Alltag dauerhaft bei ihr funktioniert.
Es würde mich wirklich brennend interessieren, mich einmal mit einer Frau zu unterhalten, die das tatsächlich so durchzieht – falls es sie gibt. Einfach aus der Neugierde heraus: Wie klappt das auf Dauer in der Realität?
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