Über das Thema Fußfetisch liest man ja meistens nur aus männlicher Sicht. Selbst wenn darüber mal aus der Perspektive einer Frau geschrieben wird, geht es doch dabei fast ausschließlich um Männerfantasien.
Schade, denn das führt zum einen dazu, dass es einem sehr schnell so vorkommt, als könnten Frauen grundsätzlich wenig mit dem Thema anfangen. Dabei ist das oft ein Trugschluss: Viele Frauen spüren die erogene Kraft ihrer Füße sehr wohl – weil Füße eng mit neurologischen Regionen verknüpft sind, die auch Lust und Erregung verarbeiten – aber die ständige Überladung mit rein männlichen Klischees schreckt ab. Zum anderen führt diese Einseitigkeit leider auch dazu, dass Männer mit dieser Vorliebe oft kaum Ahnung haben, wie sie Frauen damit wirklich Freude bereiten.
Da für mich meine Füße definitiv mit zu den erogensten Zonen meines Körpers gehören und ich dieser Spielart sehr viel abgewinnen kann, ist es wohl mal an der Zeit, dass ich aus meiner Sicht darüber spreche.
Zuallererst möchte ich erwähnen, wie empfindlich und sensibel Füße sein können. Sie transportieren Berührungen und Empfindungen oft auf ganz besonders intensive Weise, die bei mir direkt das Lustzentrum treffen kann. Der richtige Druck, die richtige Bewegung, an der richtigen Stelle – das kann wirklich sehr schnell intensive Reaktionen bei mir auslösen. Dementsprechend wichtig ist es mir, dass man sich meinen Füßen mit der entsprechenden Bedächtigkeit nähert.
Bei einer gut gemachten, sinnlichen Massage kann ich herrlich genießen und abschalten. Die so eintretende, genussvolle Entspannung trägt oftmals recht schnell zu einem lustvollen Loslassen im Kopf bei. Das hat aber überhaupt nur Aussicht auf Erfolg, solange ich nicht das Gefühl habe, dass ich dabei irgendeine Art der Übergriffigkeit befürchten muss. Auf der Hut sein müssen, ist für mich nämlich absolut nicht erotisierend, im Gegenteil!
Und wie immer bestimme ich auch bei meinen Füßen das Tempo. Ich möchte da nicht plötzlich ungebeten angeschlabbert werden oder überraschend mit primären Geschlechtsorganen in Kontakt treten. Das wäre für mich ein absolutes No-Go. Da ist dann schnell der Ofen aus. Und ich denke, so geht es vielen Frauen, die Angst davor haben, in solchen Momenten die Kontrolle zu verlieren. Oder eher: dass ihnen die Kontrolle entzogen wird.
Erst wenn ich sicher sein kann und deutlich merke, dass seine gesamte Aufmerksamkeit ehrfurchtsvoll darauf ausgerichtet ist, dass ich genieße und verwöhnt werde, fange ich an zu schnurren.
Falls derjenige, der meine Füße in seinen Händen hält, auch weiß, was er da tut, versteht sich. Langsam und mit gezieltem, kreisendem, festem Druck ist für mich deutlich angenehmer als hektisches, schnelles Streicheln oder Herumgefummel. Wer sich mit Fußreflexzonen und Akupressurpunkten auseinandergesetzt hat, ist bei diesem Spiel natürlich deutlich im Vorteil. Zum Glück gibt es da inzwischen richtig gute Videoanleitungen.
Aber nicht nur Massagen versetzen mich in Ekstase. Ich liebe es tatsächlich, mit meinen Füßen Körperkontakt herzustellen, Druck auszuüben oder gar Schmerzen zuzufügen. Und genau auf diesem Fundament aus absoluter Zurückhaltung und Respekt seinerseits kann sich meine Dynamik verändern. Wenn ich spüre, dass er meine Grenzen wahrt, gerate ich erst in die richtige Spiellaune. Dann fühlt sich auch eine Zunge, die langsam über meine hochsensible Fußsohle gleitet oder zwischen meinen Zehen auf Erkundungstour geht, ganz fantastisch an.
In solchen Momenten bricht sich meine Dominanz Bahn, und ich muss herausfinden, wie viel von meinem Fuß eigentlich in seine große, vorlaute Klappe passt. Das kann selbstverständlich eine gewisse demütigende Komponente haben. Es ist ein Ausdruck meiner liebevollen, aber gnadenlosen Überlegenheit, wenn ich meinen nackten Fuß einfach selbstverständlich auf seinem Gesicht (oder in seinem Schritt) abstelle und dort belasse, während er vor mir auf dem Boden liegt. Und wenn ich merke, wie ihn das langsam erregt und zum Vibrieren bringt, motiviert mich das nur umso mehr.
Was ich allerdings gar nicht ausstehen kann, ist, wenn ich das Gefühl habe, ich selbst als vollständige Person werde wegignoriert und auf meine Füße reduziert. Ich kann es grundsätzlich absolut nicht leiden, objektifiziert zu werden – und genau da liegt ja oftmals der Knackpunkt im Spiel mit manchen Fetischisten. Ein Sub, der nur starr auf die Füße fixiert ist, vergisst die Herrin darüber. Aber ein Fuß ist kein seelenloses Spielzeug.
Ja, ich sorge gerne dafür, dass meine Füße in meiner Erotik und meinem BDSM einen zentralen Platz einnehmen. Und ich mag es, wenn das auf Gegenliebe trifft. Aber ich möchte eben auch da ganzheitlich im Fokus der mir entgegengebrachten Hingabe stehen. Er küsst nicht nur einen Fuß – er unterwirft sich mir als Frau. Wenn diese Verbindung da ist, hat es das Potenzial, mich sehr, sehr glücklich zu machen.
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