Königinnen unter sich

Warum dominante Freundinnen so wichtig sind

Femdoms sind – statistisch gesehen – in der Unterzahl. Im Alltag fühlen wir uns deshalb oft irgendwie, als lebten wir auf einer einsamen, abgeschotteten Insel. Dabei ist es so verdammt wichtig, auch einfach mal unter Gleichgesinnten zu sein und sich vollkommen offen austauschen zu können. Menschen an seiner Seite zu haben, bei denen man voraussetzen kann: Sie verstehen mich nicht nur, sie fühlen es auch.

​Ich selbst genieße es jedenfalls immer ausgesprochen, mich mit meinen ebenfalls dominanten Freundinnen zusammenzusetzen und einfach nur stundenlang zu quatschen. Es kommt dabei eine Ebene hinzu, die sonst nur selten unbeschwert in den Vordergrund gestellt werden kann.

​Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin, wie ich bin – und führe mitnichten ein geheimes Doppelleben. Und ich schäme mich auch nicht für meine Neigungen. Aber wie die meisten von uns binde ich meine sexuellen Präferenzen und intimeren Beziehungsdetails niemandem auf die Nase, der nicht explizit danach sucht oder fragt.

​Bei „Vanilla-Freundinnen“ schwingt also oft ein zusätzlicher, mehr oder weniger unbewusster Filter mit. Man überlegt kurz: „Erzähle ich das jetzt so? Verstehen sie den Kontext oder muss ich z. B. erst mühsam erklären, warum mein Partner bei uns den Haushalt schmeißt oder das letzte Wort grundsätzlich bei mir liegt?“

Von einigen meiner Freundinnen bin ich mir sicher, dass sie mit Themen wie „weiblicher Dominanz“ oder „Kink“ wohl wenig anfangen könnten. Das ist vollkommen in Ordnung so – wir alle leben unsere individuellen Vorstellungen von Liebe und Beziehung.

​Der Luxus, sich nicht erklären zu müssen

​Umso befreiender ist es jedoch, wenn auch dieser Seite mal ganz entspannt Raum gegeben werden kann. Seien wir ehrlich: Die Beziehungsdynamiken in einer FLR sind spezifisch und mit klassischen Partnerschaften oft nur schwer vergleichbar. Da tut es gut zu wissen, dass das Gegenüber genau weiß, wovon man redet. Ein sehr entlastendes Gefühl!

​Mit wem sonst könnte man sich offen über die Tücken der Keuschhaltung, das Problem mit dem „Topping from the bottom“ oder über die Freuden einer hingebungsvollen Fußverwöhnung nach einem langen Arbeitstag unterhalten?

​Es muss dabei gar nicht immer um BDSM und Kink gehen. Manchmal ist es schon eine echte Erleichterung, sich mit einer Frau auszutauschen, die weiß, was es bedeutet, in einer Beziehung durch Konsens zu führen – und welche spezifischen Hürden dabei auftreten können.

​Ich schätze meine Femdom-„Mädelsabende“ auch genau deshalb: Wir sind unter uns, stärken uns den Rücken und unterstützen uns mit Rat und Tat. Man fühlt sich sofort weniger als Einzelkämpferin. Und dieses Gefühl von Schwesternschaft ist nicht nur angenehm, sondern echtes Balsam für die Seele.

Oh! Und besonders sexy Schuhe und lustige Toys haben wir natürlich auch schon mal untereinander getauscht und weiter gereicht – sehr nachhaltig so was.

​Außerdem fällt der „Rechtfertigungs-Modus“ in diesen Runden wirklich komplett weg! Hier ist weibliche Dominanz eine Kompetenz und nicht doch irgendwie ein latenter Charakterfehler, wie es in der „Welt da draußen“ noch so oft unterstellt wird. Auch muss ich mir definitiv keine Sorgen machen, dass ich aufgrund meiner Führungsstärke unter uns als herrschsüchtig oder unweiblich empfunden werden könnte. Das kann durchaus ein sehr gutes Gefühl sein.

​Und auch wenn Femdoms schwieriger zusammenzuhalten sind als eine Herde neugieriger Katzen auf freiem Feld: Ich finde, es sollte weltweit regelmäßig Mädelsabende für dominante Frauen geben!

Wie ist das bei euch? Habt ihr dominante Freundinnen, mit denen ihr über alles reden könnt, oder seid ihr noch als Einzelkämpferinnen unterwegs? Falls ihr noch keine solche Runde habt: Traut euch, auf Stammtischen oder in Foren gezielt nach „Platonischem“ zu suchen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

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