In einem netten Gespräch im Club kam letztens die Frage nach meinem „Werdegang“ als Femdom auf.
Tatsächlich empfinde ich diese Entwicklung als einen ebenso festen Teil von mir wie die Veränderung meines Körpers über die Zeit: Alles war schon immer da – sei es als Grundlage, als versteckter Ansatz oder als recht offensichtlicher Teil meines Selbst.
Ich war schon immer, bereits als Kind, lieber Spielleiterin als Spielerin, lieber Anführerin als Gefolge, lieber Organisatorin als Nutznießerin. Ich hatte stets mehr Ideen, als ich jemals hätte umsetzen können, und wenn ich kindlich fantasierte, dann von Gefolgsleuten unerschütterlicher, hingebungsvoller Treue.
Old Shatterhands Winnetou, Robinson Crusoes Freitag und König Arthurs Ritter der Tafelrunde zeugten von der Art loyaler, aber untergeordneter Verbindung, nach der ich mich sehnte. Dazu kamen dann noch einige Fantasien eher fragwürdiger Natur von Verliesen und Folterkammern (und Errettung in höchster Not), die ich lange nicht einordnen konnte und für die ich mich damals durchaus schämte.
Ewig konnte ich mir nicht vorstellen, dass es Menschen geben könne, die meine Wünsche und Vorstellungen teilten, aber aus der entgegengesetzten Perspektive träumten. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass das niemand ernsthaft wollen könne.
Also versteckte ich diesen Teil von mir, allerdings mehr schlecht als recht. Bot sich mir die Gelegenheit, Häuptling unter Indianern zu sein, ergriff ich sie immer dankend.
Das führte selbstredend zu einigen eher ungesunden Machtkämpfen in meinen ersten Beziehungen. Zwar fühlten sich devote Menschen schon immer zu mir hingezogen, aber da wir damals, so jung, selbst noch keine Worte für die Gefühle hatten, die unser Miteinander in uns auslöste, wurde vieles zu einem unnötigen Machtkampf – gegeneinander und auch gegen die eigenen Emotionen.
Ich habe das enorme, unschätzbare Glück, sehr wild und frei (in einem anderen Land, auf einer kleinen Insel im Atlantik) aufgewachsen zu sein, mit sehr wenigen äußeren Erwartungen an mein „Mädchensein“, um welches ich mich damals ohnehin keinen Deut scherte.
Später dann, mit meinem Umzug nach Deutschland, musste ich feststellen, dass starke, wilde und unangepasste Frauen nicht unbedingt das sind, was die Gesellschaft mit offenen Armen empfängt. Also musste ich einen Weg finden, mich anzupassen. Anpassung – eine Disziplin, in der ich noch nie sonderlich gut war.
Ich traf auf Männer, die mich brechen, und auf solche, die mich verehren und mir zu Füßen liegen wollten. Doch kaum einer wollte mich so belassen, wie ich bin.
Ich habe kurze und lange Beziehungen geführt: Partnerschaften, die als „stino“ durchgehen, Partnerschaften mit dominanten Männern, im Zweikampf oder unter der weißen Flagge des gemeinsamen Verzichts, und auch liebevolle FLRs.
In allen von ihnen habe ich mein Bestes gegeben und viel über mich und meine Bedürfnisse gelernt.
Heute käme nur noch eine FLR für mich in Frage, denn nur in dieser Beziehungsform kann ich ganz die sein, die ich eben von Natur aus bin.
Aber würde diese zukünftige, hypothetische FLR wieder so ablaufen wie die letzte? Nein, sicherlich nicht. Denn auch hier habe ich viel gelernt – und bin schon wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zu mir selbst.
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