Braucht eine FLR den Kink?

Braucht eine FLR den Kink? Meine FLR? Ja, definitiv, weil mir persönlich sonst etwas fehlen würde – auf sexueller Ebene.

Die FLR allgemein, also eine weiblich geführte Beziehung, braucht jedoch per se keinen Kink. Das kann eine vollkommen alltägliche Vanillabeziehung sein, in der sich beide Beteiligten konsensuell darauf geeinigt haben, dass sie das letzte Wort hat, dass sie führt und er folgt – aber eben ganz ohne BDSM und Fetischgedöns.
Oder sie ist irgendetwas „dazwischen“, eine Partnerschaft mit hier und da kleinen Kinkelementen, denen aber grundsätzlich eher weniger Gewichtung beigemessen wird. Mal D/s-Spaß im Bett, ansonsten spielt es aber keine große Rolle.

Und muss eine Frau in der FLR immer alles bestimmen?
Nope. Sie muss überhaupt gar nichts. Aber sie kann, wenn sie möchte.
Eine FLR hat nicht nach einem vorgeschriebenen Fahrplan zu verlaufen. Es sind keine „Stufen“ oder abgegrenzte „Bereiche“ nötig. Keine Tabellen, Handbücher oder Verträge. Nur eine Frau, die gerne entscheidet, und ein dazugehöriger Partnermensch, der gerne folgt:

Alles ist möglich, nur eines sollte klar gegeben sein: Sie hat das Sagen.

Die FLR braucht keine High Heels, kein Lack und Leder, keine Toys, Peitschen oder Keuschhaltung. Sie kann monogam sein oder polyamorös, hetero- oder sonstwie sexuell.
Und sie ist immer nur genau so gut, wie sich alle Beteiligten in ihr auf Dauer fühlen können.


Ja, das Eigentum und ich, wir lieben unsere Spielereien und unsere Regeln. Wir gehen gerne auf Fetischveranstaltungen und leben unser Beziehungsmodell recht offen aus.
Aber wäre BDSM nicht unser Ding, so wären wir doch noch immer wir selbst. Und ich gebe eben nun mal schon immer gerne die Marschrichtung vor und genieße es, wenn jemand das gerne annehmen möchte, so wie das Eigentum es tut.

Also hätten wir beide höchstwahrscheinlich letztendlich immer eine weiblich geführte Beziehung, auch ohne all die prickelnden Ausschmückungen.

Müssen wir ja aber zum Glück nicht!

Antworten

  1. Avatar von

    Vielen Dank für diesen, wie immer, sehr lesenswerten Blog.
    Ich bin insbesondere an folgendem Satz hängen geblieben: „Und sie ist immer nur genau so gut, wie sich alle Beteiligten in ihr auf Dauer fühlen können.“
    Und hier ist tatsächlich aus meiner Sicht wie in jeder Beziehung im Zweifel der Prüfstein versteckt: Sind alle Beteiligten auf Dauer fein damit, dass– kein oder umfangreicher Kink dabei ist,– wenig oder viel Sex ausgelebt wird,– alles oder kaum etwas von der Femdom bestimmt wird,– der sub auch zu entscheiden hat, wenn die Femdom es gerade nicht will oder kann– ….
    Leider ist es meines Erachtens nicht damit getan, dass beide im Konsens leben, dass die Frau immer das Sagen hat. Dieser Konsens wird dann auf die Probe gestellt, wenn obige Fragen auf Dauer von ihr und dem/den Anderen mit unterschiedlichen Bedürfnissen aufgeladen werden.
    Ich würde tatsächlich gerne folgende Voraussetzung einer zufriedenstellenden FLR als Hypothese in den Raum geben:„Der Konsens muss darin bestehen, dass die Frau immer das Sagen hat und die Bedürfnislagen von allen Beziehungsob- und -subjekten sehr ähnlich sind.“ (Ich finde, hinsichtlich der Bedürfnislagen passen viele, von Ihren veröffentlichten Blogs sehr gut dazu).
    Aus meiner Sicht sind FLRs oft zum Scheitern verurteilt, weil der zweite Teil der Aussage nicht bestätigt werden kann und sich einer der Betroffenen kurzzeitig verbiegt (und auf Dauer bricht bzw. andere Konsequenzen zieht). Das kann sowohl die führende Frau wie auch die geführten Personen sein.
    Deshalb bleibt immer wieder die trivial klingende Prüfung notwendig: „Passsen unsere Bedürfnisse wirklich zusammen“. Und dabei geht es nicht nur um die Frage, wer die Beziehung führt und wer sich führen lässt. Und es geht hierbei, wie oben schon angedeutet nicht nur um FLRs sondern um alle Systeme, in den wir uns persönlich eng verbunden fühlen.
    Liebe und demütige Grüße severin

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    1. Avatar von Commandress

      Ja, die Grundbedürfnisse aller Beteiligten müssen in JEDER Form der Beziehung gestillt werden. Ansonsten wird einer unglücklich – und somit entweder ein auf Dauer unglücklicher Mensch, oder der Beziehung entfliehen.
      Aber das hat für mich nicht unbedingt explizit mit dem Thema FLR zu tun, sondern gilt, wie gesagt, für alle Partnerschaften.

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