Das Thema FLR und Familie kommt ja immer mal wieder kritisch auf. Verständlicherweise, denn in einer Familiensituation ist es eben so, dass private Entscheidungen und gelebte Muster nicht nur die sich frei entscheidenden Erwachsenen betreffen, sondern womöglich auch den Kindern nicht entgehen.
Mein Partner hat einen Sohn, ich selbst habe, aus einer früheren Beziehung, zwei. Alle unsere Jungs sind zwischen 9 und 13 Jahre alt.
Zwar leben wir nicht alle immer gemeinsam in einem Haushalt, aber wir verbringen genügend Zeit und Alltag miteinander, um uns als Familie zu fühlen.
Also ist es uns natürlich sehr wichtig, welche Art von Werten und Miteinander wir unseren Kindern durch unsere Handlungen und unser Lebenskonzept vermitteln.
Grundsätzlich sehen wir das so, dass Erotik, Sexualität und Kink zur absoluten Privatsphäre der Eltern gehören. Egal, welcher sexuellen Orientierung oder Ausrichtung man sich zugehörig fühlt. Liebe, Nähe und Zärtlichkeit haben aber in einer Familie ebenso ihren Platz wie Konflikte und offene Kommunikation. Wir brauchen das alles, um uns vollständig und geborgen zu fühlen.
Übrigens, das soll hier nicht unerwähnt bleiben, gehören ganz entschieden auch noch unsere Expartner, also zwei weitere Elternteile, zu unserem Familienkonzept. Und auch auf jene nehmen wir ganz bewusst Rücksicht.
Nun ist es wohl wahrscheinlich, dass unsere Art, in einer FLR mit derlei Dingen umzugehen, anders ist, als in manch anderen Beziehungen. Denn wer das letzte Wort hat, wird bei uns nicht jedes Mal aufs Neue ausdiskutiert, ebenso wenig allerdings wie es vorkommt, dass wir uns anschreien, stundenlang streiten oder es gegenseitig an Respekt mangeln lassen. Ich denke, für die Kinder ist vollkommen klar und offensichtlich, dass wir uns lieben und enorm wertschätzend miteinander umgehen. Und dass in unserem Fall halt Mama „der Chef“ ist, das ist ihnen auch klar. Das war irgendwie schon immer so – und wird hier und da auch als Grundlage für Witzchen im Männerüberschusshaushalt gesehen. Allerdings vermute ich stark, dass das auch in nicht wenigen, „Standardfamilien“ so wahrgenommen werden dürfte.
Von unseren Ritualen und Regeln bekommen die Kinder sehr wahrscheinlich nicht allzu viel mit, wenn man von solchen Dingen absieht wie etwa, dass mein Partner mir die Türen aufhält, oder grundsätzlich der Fahrer ist.
Im Haushalt ziehen wir alle an einem Strang, inklusive Kindern – ich möchte das so und finde es die einzig logische Art, mit diesem Thema umzugehen. Es ist also nicht so, dass das Eigentum hier den halben Tag im Schürzlein devot den Feudel schwingt, so spaßig die Idee auch wäre! Klar, in unser Spiel integrieren wir solcherlei Szenarien gerne, aber mit unserem Alltag hat das ehrlich nicht viel zu tun.
Worauf wir natürlich sehr achten müssen ist, dass unser „Equipment“ immer rechtzeitig und sicher verräumt wird. Immerhin sind wir beide doch recht kinky unterwegs, wenn sich die Möglichkeit bietet. Konkret bedeutet das, dass die Kameras häufig auf- und abgebaut werden müssen, Spielzeuge weggeschlossen gehalten werden – und mein Handy für Kinder gesperrt ist.
Letzteres ist, wie es bestimmt jeder mit eigenen Teenagern bezeugen kann, besonders schwierig. Kaum etwas ist so spannend für meinen Großen, wie was ich an meinem Bildschirm so mache. Und da könnten, sowohl durch unser Faible für Überwachungs- und Trackingapps, als auch durch meine erotische Fotografie, unsere stetig verliebten WhatsApp-Kommunikation oder eben die Arbeit an diesem Blog, durchaus peinliche Fragen auftreten, wenn wir nicht vorsichtig sind.
Fakt ist: Wir geben uns die allergrößte Mühe, auch bei unseren Kindern den Konsens als höchstes Gut zu erhalten. Sie sollen auf keinen Fall auf irgendeine Weise emotional in etwas hineingezogen werden, was gar nicht für sie bestimmt ist. Sie sollen im sicheren Wissen aufwachsen, dass wir eine schöne, liebevolle Partnerschaft führen und immer für sie da sein werden. Was wir im Schlafzimmer tun, geht sie nichts an – und wenn sie nicht eines Tages explizit danach suchen oder uns offen danach fragen, wird das auch so bleiben.
Klar, sie werden größer und schlauer und irgendwann werden sie die Zeichen sehr wahrscheinlich richtig deuten. Aber auch dann werden sie letztendlich nur erfahren können, dass wir genau die Art von Partnerschaft für uns gewählt haben, die uns beiden entspricht und in welcher wir glücklich und zufrieden sein können. Und zwar aus freiem Willen und voller Liebe.
Ich denke, das ist das allerwichtigste.

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