Was macht das mit mir, dass wir so einen ungewöhnlich großen Abstand an Jahren zwischen uns haben?
Das Eigentum und ich haben ja einen deutlichen Altersunterschied, von über 16 Jahren. Das an sich ist wohl schon etwas ungewöhnlich, insbesondere da ich als Frau hier die Ältere bin.
Mich selbst beschäftigte dieses Thema allerdings hauptsächlich am Anfang unserer Beziehung, und auch da erst, als es „ernster“ wurde. Immerhin bin ich mit einem Großteil meiner grundsätzlichen Lebensplanung schon durch. Ich habe exakt die Anzahl an eigenen Kindern, die ich haben möchte, einen Beruf den ich liebe, meine feste Homebase und ein sehr stabiles, soziales Umfeld.
Deswegen taten sich natürlich für mich gewisse Fragen auf, inwieweit das alles mit einem Mann kompatibel sein kann, der altersbedingt eventuell wo ganz anders steht. Immerhin möchte ich mich selbst nicht verbiegen, aber auch sicherlich niemandem dabei im Wege stehen, seine eigenen Lebenspläne umzusetzen.
Das Kinderthema war so ein Ding für mich, in einer früheren Partnerschaft mit einem jüngeren Mann. Zwar konnte mir jener auch versichern, da keine Sehnsüchte zu hegen, aber trotzdem kam bei mir immer wieder eine gewisse Unsicherheit auf, ob er nicht etwas mir zuliebe verpasste, was er dann irgendwann bereuen könnte. Und das wäre nichts, wofür ich gerne verantwortlich wäre.
Offenbar haben das Eigentum und ich diesbezüglich aber großes Glück: Auch er hat seine Familienplanung (erstaunlich frühzeitig) bereits abgeschlossen und möchte keine weiteren Kinder, als das eine, tolle, das er schon mitgebracht hat. Und lustigerweise sind sich unsere Söhne alterstechnisch nun sogar auch recht nah, was ich als äußerst praktisch und erleichternd empfinde.
Beide waren wir noch nie verheiratet – und haben es auch nicht vor. Das ist wieder so eine Sache, die mir zeigt, dass wir da ähnlich ticken.
Im Alltag bemerke ich unseren Altersunterschied tatsächlich überhaupt nicht. Wir sind beide verspielte, diskussionsfreudige Kindsköpfe, kreativ und in mancherlei Hinsicht eher irgendwie unkonventionell. Aber auch mit einem gesunden Hang zum pragmatischen Realismus. Und einer ähnlich getakteten Libido.
Ich habe nicht den Drang ihn zu „bemuttern“ – und er will nicht von mir kindlich „erzogen“ werden. Wir sind einfach zwei vollständige Wesen, die gut zueinander passen und sich ergänzen.
Anders würde ich es nicht haben wollen.
Wirkliche Vor- oder Nachteile sehe ich in unserer Konstellation diesbezüglich übrigens eher nicht.
Klar, ich gehe stark davon aus, dass wir immer wieder irgendwo für Neugier und Fragen sorgen, in unserer Konstellation. Aber bisher ist mir das noch nicht wirklich negativ aufgestoßen. Unsere Familien halten sich weitestgehend zurück, was Alterskommentare angeht. Und von Freunden oder Bekannten kam dazu bisher auch nichts wirklich Negatives. Und was hinter unserem Rücken so geschieht, interessiert uns ohnehin nicht sonderlich. Sonst würde es diesen Blog auch gar nicht geben.
Allerdings würde es mich doch schon auch interessieren, wie wir tatsächlich, ohne Bewertung, so gemeinsam in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Ob der Altersgap überhaupt sehr auffällt? Ich nehme es zwar an, blende es selbst aber offenbar ziemlich erfolgreich aus – und sonne mich in wohliger Ignoranz.

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