Scham… Eines vorab: Ich selbst kann meine Scham absolut überhaupt nicht sexualisieren oder erotisieren. Sie ist für mich ein seltenes und durchaus rundum unangenehmes Gefühl. Aber ich bin da wohl kein Standardbeispiel. Ich wundere mich eher immer wieder, wofür sich andere Frauen offensichtlich schämen: für Teile ihres Körpers, fürs Lautsein, fürs Stillen ihrer Kinder, für ihre Lust, fürs Opferwerden, fürs Nichtgenügen. Wofür auch immer. Das sollte so nicht sein.
Ich finde keineswegs alles an mir schön und wundervoll, manches finde ich sogar richtig doof – aber ich schäme mich, außer für gemachte Fehler, auch tatsächlich für kaum etwas an mir. Und es gefällt mir, dass dem so ist. Vielleicht ist erotisierte Scham für mich deswegen so ein spannendes Thema, weil ich es eben nicht ganz nachvollziehen und greifen kann, wie sich das letztendlich anfühlen würde: Erregung durch Scham.
Das Eigentum kann sich hingegen ganz zauberhaft schämen! Er ist eigentlich ein wirklich ziemlich versautes Ding (sonst würde er ja auch nicht so herrlich gut zu mir passen), aber wenn ich im richtigen Moment „Pimmelchen“ zu seinem Penis sage, oder ihn frage, ob ihm denn bewusst sei, wie er jetzt, in dieser peinlichen, besonderen Situation gerade von außen betrachtet wohl aussehen mag, wird er rot und macht lustige, niedlich schnaufende Schamgeräusche. Die ich manchmal leider nicht so gut hören kann wie ich gerne würde, weil er womöglich einen Knebel im Mund hat und versucht, gleichzeitig das Sabbern zu unterdrücken.
Auch den Gedanken von Vorführung und Bloßstellung findet das Eigentum offensichtlich sehr erregend, was mich natürlich freut, da ich so böse Dinge wirklich gerne mit ihm tue.
Aber trotzdem bleibt da ein Teil in mir, der sich wundert: Warum ist das für ihn schön?
Wie funktioniert das? Ist es eine bestimmte Form von Masochismus? Und wie kann man sich überhaupt für etwas schämen, das man selber und der Mensch, der einen liebt, so sehr genießt?
Tiefenpsychologisch habe ich dazu durchaus so einige Ideen, woher das kommt und was das auslösen könnte, diesen positiven Kick am sich Schämen. Aber dem wirklichen Nachempfinden helfen solche theoretischen Gedanken auch nicht weiter.
Meine Ratio arbeitet da einfach zu effektiv, vermute ich. Wenn etwas für alle Beteiligten gut ist, kann es nicht schlecht sein. Also gibt es keinen Grund, sich zu schämen. Und wenn etwas so schlecht wäre, dass ich mich dafür schämte, wäre es bestimmt nicht schön für mich.
Aber zum Glück sind wir alle verschieden! Und im Idealfall sogar vollkommen gegensätzlich in den richtigen Bereichen. Dann kommen manchmal Eigenschaften zusammen, die sich wundervoll ergänzen und zu einem ausgesprochen spannenden Miteinander werden können.
Wie ist das bei euch? Könnt ihr die eigene Scham sexualisieren und genießen? Erfreut ihr euch an der Anderer? Oder kennt ihr sogar beide Seiten von euch selbst?

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