Erkläre mir die FLR!

Gerade hat mich ein hier mitlesender Freund gebeten, ich soll ihm doch bei Gelegenheit mal erklären, was das denn überhaupt genau sei, eine FLR. Er fände das Konzept klänge spannend, so ganz konkret könne er sich das allerdings gar nicht vorstellen

Da liegt es ja jetzt irgendwie doch nahe, das hier im Blog zu tun.

Also: Was ist eine FLR – und wie lebt man dieses Modell?

Zu allererst mal diese drei Buchstaben: FLR. Sie stehen für „Female Led Relationship“, also „Weiblich Geführte Beziehung“. Das bedeutet, die Frau hat in der Beziehung die Hosen an und macht die Regeln, der Mann folgt. Und zwar weil beide das grundsätzlich so wollen und es sich für sie richtig anfühlt.

Eine FLR ist demnach keine Beziehung auf Augenhöhe. Frau und Mann sind in ihr zwar gleichwertig, nicht aber gleichberechtigt. Mit Kink, Fetisch oder BDSM hat der Begriff FLR allerdings sonst erstmal gar nichts zu tun, auch wenn er oftmals mit der „D/s-“ oder „Femdom Beziehung“ verwechselt wird, in welcher sich die dominante Frau als Femdom definiert und somit auch ganz klar eine Kinkebene existiert. Sollten beide Beteiligten in der FLR aber das Bedürfnis nach BDSM (oder anderen erotischen Spielarten) verspüren, steht dem natürlich nichts im Wege – es geht mir nur darum, zu betonen, dass diese Ebene nicht zwangsläufig dazugehören *muss* .

Ein bisschen kann man sich das also vorstellen, wie eine klassische Ehe der 1950er Jahre, nur eben umgekehrt: die Frau hat das Sagen und womöglich auch die Kontrolle über weitreichende Teile seines und auch des gemeinsamen Lebens.

Banal gesagt wäre also eine Beziehung, in der die Frau mit Einverständnis ihres Partners über Dinge wie Einkommen, die Freizeitgestaltung oder die Sexualität des Mannes bestimmt, schon eine FLR. Und sogesehen gibt es gar nicht so selten.

Nun kann es aber natürlich gut sein, dass – wie bei dem Eigentum und mir – BDSM durchaus eine Rolle spielt. Ist dem so, dann finden oftmals verschiedenste Kinks und Praktiken nach und nach ihren Platz im Miteinander, ebenso wie von der Frau ersonnene Regeln, Spielweisen und Strafen. Sehr häufig ist auch die (temporäre) Keuschhaltung des Mannes, Spanking, Cuckolding, Finanzkontrolle, Überwachung oder z.B. Feminisierug ein Thema. Oder all das. Nichts davon ist jedoch irgendwie Voraussetzung für eine FLR. Sondern gelebter Kink.

Als in irgendeiner Weise politisch möchte ich die FLR nicht verstanden wissen. Es geht um Liebe und persönliches Wohlbefinden, nicht um gesellschaftliche oder philosophische Fragen.

Was man genau davon hat, solch eine Form der Beziehung zu führen, ist natürlich sehr individuell. Nachdem, was ich in Gesprächen mit Gleichgesinnten erfahren habe, ist es bei den Meisten eine Mischung aus tief verankerter, oftmals schon früh erkannter Charaktereigenschaft und sexueller Orientierung, welche in der FLR eine Heimat finden.

Ich selbst empfinde es als großes, persönliches Glück, mit meinem Eigentum und Partner exakt so leben zu dürfen und zu können, wie es sich für uns richtig und erfüllend anfühlt. Inklusive dem ganzen geilen, perversen Scheiß – und Kuscheln.

Antworten

  1. Avatar von

    Perfekt auf den Punkt gebracht verehrte Commandress. Insbesondere dass FLR auch abseits von BDSM gelebt werden kann.

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    1. Avatar von Commandress

      Freut mich, wenn euch mein Text gefällt. 🙂
      Und ja, ich finde es selbst auch sehr wichtig, dass die FLR eben auch ohne Kink und BDSM als vollwertig anerkannt wird.

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