Er darf schreiben über: Freiheit im Käfig


Heute, im Smalltalk mit meiner Commandress, kam die Frage auf, was mich so daran begeistert, in einem Käfig gefangen zu sein. Daraufhin hinterfragte ich in mir selbst: Warum gefällt es mir? Was gibt es mir?
Nach vielen Gedanken und einem sehr intensiven Play auf Distanz am Vorabend versuche ich nun, die passenden Worte zu finden, um das Ganze auf den Punkt zu bringen.


Warum gefällt es mir so?
Es gibt mehrere Gründe. Einerseits ist der Bereich im Käfig mein ganz persönlicher Safespace – dort hat niemand etwas zu suchen, es sei denn, die Commandress erlaubt es ausdrücklich. Als kleines Beispiel: Man stelle sich einen Käfig mitten in einer Menschenmenge vor. Innerhalb dieses Käfigs passiert mir nichts. Es ist ein wenig wie eine Sitzplatzreservierung im Zug – mein sicherer Ort.
Dieses Gefühl gibt mir enorme Sicherheit. Ich kann abschalten, muss mir keine Sorgen machen, dass mich jemand anrempelt oder mir meinen Platz streitig macht. Ebenso weiß ich, dass meine Commandress immer auf mich achtet – egal, wie tief ich gerade in mich versunken bin. Natürlich weiß ich das auch in anderen Situationen, aber hier spüre ich es noch einmal deutlich intensiver.


In der Vergangenheit gab es bereits die ein oder andere spannende Situation im Käfig. Wie viele wissen, sind wir uns nicht immer direkt gegenüber. Die Entfernung macht es notwendig, kreativ zu sein. So kam es auch gestern zu einer besonderen Situation: Ich bat darum, einen Abend im „sicheren Hafen“, also im Käfig, verbringen zu dürfen. Dies wurde mir gestattet, selbstverständlich unter besonderen Bedingungen.
Ich erhielt eine Nachricht mit klaren Anweisungen zur Vorbereitung: eine 360-Grad-Kameraansicht des Käfigs, diverse Toys, die bereitzulegen waren, sowie etwas zu trinken.


Meine Commandress bezeichnet solche Settings gerne als Public Viewing. So hatten wir auch an diesem Abend zumindest auf Distanz die Möglichkeit, unseren Kink auszuleben.


Aber zurück zur eigentlichen Frage: Warum lasse ich mich so gerne einsperren?
Das Gefühl von Sicherheit habe ich bereits beschrieben. Hinzu kommt die Demütigung: Ich kann mich in dieser Situation weder verstecken noch flüchten, ich bin vollkommen ausgeliefert. Dennoch fühle ich mich wohl dabei. Ich könnte stundenlang im Käfig verweilen – es fühlt sich sicher und richtig an.
Hinzu kommt, dass man in dieser Situation einfach nichts mehr entscheiden muss oder kann, man ist nun gänzlich abhängig von seiner Herrschaft. Die Demütigung, nicht mehr selbstständig zu sein, eingeschränkt zu sein, um alles bitten und betteln zu müssen – für ein wenig Wohlstand oder gar grundlegende Bedürfnisse – all das fällt mit der Verantwortung von den eigenen Schultern.
Im Käfig kann ich mich vollkommen fallen lassen. Würde ich nicht zwischendurch gepiesackt werden, würde ich vermutlich sogar einschlafen, so sehr entspanne ich dort.
Insgesamt ist die Zeit im Käfig wie ein Ausflug aus dem Alltag. Meine Gedanken und meine Neugier kreisen darum, wann der Punkt kommt, an dem die Entspannung in Anspannung umschlägt. Was spürt man dann? Wann wird es unangenehm? Bis jetzt habe ich diesen Umschlagpunkt noch nicht erreicht.


Meine Begeisterung für das Eingesperrtsein ging schließlich so weit, dass ich mir einen 1,5 m³ großen Käfig selbst gebaut habe. Wichtig war mir dabei, wirklich jede Möglichkeit zur Flucht auszuschließen. Immer wieder musste ich daran feilen, um dieses Ziel zu erreichen, aber am Ende entstand ein schöner, massiver Eichenholz-Käfig.


Wie ist das bei euch? Käfig – ja oder nein? Und wenn ja – warum?

Das Eigentum

Antworten

  1. Avatar von Germanchastity

    Käfig ja!!!

    Weil ich das Gefühl liebe, keine eigenen Entscheidungen mehr treffen zu können und zu dürfen.

    Und in diesem Zusammenhang liebe ich die absolute Abhängigkeit!!

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    1. Avatar von IhrEigentum

      Das kann ich sehr gut nachvollziehen!

      So geht es mir auch, der Rahmen in dem man entscheiden und sich bewegen kann ist vorgegeben und begrenzt. Das macht es mir dann sehr leicht mich fallen zulassen.

      Danke für dein Feedback. =)

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  2. Avatar von

    Ich habe das Gefühl des absoluten Loslassen Könnens eben, wenn ich zu Füßen der Frau liege und ihre Füße massiere. Auch gepaart mit dem Gefühl der Demütigung.

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