Hier schreibt das Eigentum:
Nachdem die Woche nun wieder gestartet ist und ich am heutigen Vormittag um eine strenge Woche gebeten habe, kam die Anweisung, einen Beitrag zu schreiben. Das Thema schlug ich der Commandress kurz zuvor vor. Es geht um den Alltag: Welche Bereiche entscheidet wer, wo darf das Eigentum selbst entscheiden und wo übernimmt die Commandress?
Zu Beginn: Einige der Punkte findet man ja bereits in unserem Regelbuch – zum Beispiel Sexualität des Eigentums, die Finanzen usw. Dort ist schon einiges geregelt.
Dann gibt es noch den wichtigen Punkt zu unterscheiden, ob wir uns gerade sehen oder wieder von etlichen Kilometern getrennt sind.
Fangen wir mal mit den Themen an, die betreffen, wenn wir uns nicht sehen:
Der normale Alltag bei der Arbeit bleibt davon befreit – außer vielleicht, dass manchmal die Unterwäsche vorgegeben wird. Ansonsten greift die Commandress dort nicht ein.
Ebenso werden Bereiche, die mit Familie und Freunden außerhalb der Kinky-Szene zu tun haben, fast gänzlich unberührt gelassen. Ich kann demnach ganz frei mit Freunden essen gehen. Das Einzige, worauf ich dabei verzichten muss, ist meine Cola. Manchmal erlaubt die Commandress mir auch diese – aber nur, nachdem ich darum bitte.
Die Freizeit ist derzeit noch keine Chefsache. Diesbezüglich darf ich frei entscheiden, ob ich irgendwelchen Hobbys nachgehen möchte. Das Einzige auch dabei ist, dass die Commandress darüber Bescheid weiß und mich orten kann. Ansonsten gibt es dabei keine Abhörtechnik – zumindest keine, die mir bewusst wäre.
Die Finanzen sind derzeit noch meine eigene Angelegenheit, aber wir haben in letzter Zeit immer mal wieder darüber gesprochen, dass dieser Zustand sich auch ändern könnte.
Ein weiteres Feld für den Alltag in Abwesenheit sind feste Regeln zum Onlineverhalten. Da ist klar vorgegeben, wie ich mich im Netz zu verhalten habe.
Seien es neue Kontakte, die über ein freundliches Hallo hinausgehen – sie müssen der Commandress detailliert gemeldet werden – oder, dass ich die Erlaubnis der Commandress einholen muss, sollte ich mich bei neuen Seiten oder in neuen Foren anmelden.
Für die Zeit, in welcher wir uns nicht sehen, gibt es zusätzlich eine Packliste – mit Dingen wie zum Beispiel Handschellen, Klammern, einen Peniskäfig, Plugs und einiges mehr. Diese Sachen habe ich bei längerer Abwesenheit der Commandress immer dabei zu haben.
Genauso kann die Commandress die Keuschhaltung durch einen Peniskäfig jederzeit einfordern oder anordnen.
Eine weitere Verpflichtung für mich sind meine Rituale: das morgendliche Melden und der Plank, genauso wie abends vor dem Zubettgehen. Hinzu kommen dann abwechselnd noch Sit-ups oder Push-ups.
Geht es darum, Termine zu finden, wann und wo wir uns sehen, richtet sich das tatsächlich meistens nach mir, da mein Leben derzeit ungeregelter ist als das der Commandress.
Und nun schreibt die Commandress:
Für mich war es spannend zu lesen, auf welche Bereiche das Eigentum im Thema „FLR Alltag in Abwesenheit“ so seine Schwerpunkte legt. Und wo er meine Eingriffe und Regeln anscheinend überhaupt als erwähnenswert empfindet.
Besonders interessant: Dass er nun seit knapp einem Jahr 24/7 einen stählernen Halsreif trägt, der meines Erachtens nach doch auch meist recht gut sichtbar ist, scheint ihm kaum noch aufzufallen. Ich selbst überlege aber tatsächlich ab und an, wie das unter Umständen auf Andere wirkt. Und aus diesem Grund habe ich jetzt, für den warmen Sommer, Zeit der offenen Krägen, den Führring vom Stahlreif entfernt, da ich nicht möchte, dass es zu unangenehmen Fragen oder Situationen bei seiner Arbeit oder Familie kommt. So ist es etwas dezenter. Ihm selbst war das jedoch nicht wichtig, er hätte ihn womöglich sogar lieber dran gelassen.
Dass er in seinem „normalen Alltag“, sobald zu Hause, permanent von Kameras überwacht wird, ist wohl auch kein großes Ding mehr für das Eigentum. Es ist offenbar zur Normalität geworden.
Ich habe ihm vorgegeben, wie viel Wasser er zu trinken, wann er die Zähne zu putzen hat und wie viel Alkohol er trinken darf. Ich habe aus der Ferne Zugriff auf sein Handy und die Apps, die er nutzt.
Seit gestern habe ich ihm die Nutzungsdauer von Social Media mal wieder eingeschränkt. Zum einen, weil das Eigentum gerade dringend etwas straffere Zügel benötigt, und zum anderen, weil mich TikTok & Co ohnehin abgrundtief nerven. Ich bin sicher, er kann sinnvolleres mit seiner Freizeit anstellen!
Mir persönlich ist es besonders wichtig zu wissen, dass sich mein Eigentum anständig und in meinem Sinne benimmt, wenn er Freigang hat. Ich möchte ihm Dinge wie Partybesuche, Bondagesessions und kinky Events durchaus von Herzen gönnen und erlauben, lege aber großen Wert darauf, dass er dabei weder seinen Platz vergisst, noch mich auf irgendeine Weise beschämt. Ich will ihm blind vertrauen und stets stolz auf ihn sein können. Und was ich dafür brauche, dass ich dies so fühlen kann, steht klar ausformuliert in unserem schönen Regelbuch.

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