Kürzlich ist mir mal wieder aufgefallen, wie schwer es fallen kann, alte Verhaltensmuster, die aus früheren Erfahrungen stammen, loszulassen.
Nach einem wunderschönen, gemeinsamen Wochenende, während welchem die ständige Anwesenheit unserer Kinder uns allerdings kinktechnisch zur Mäßigung zwang, hatte das Eigentum mal wieder gefährlich Oberwasser und suhlte sich in seinen kleinen, bratty Frechheiten mir gegenüber. An sich macht mir das nichts aus, ich kann das durchaus genießen, da ich mir grundsätzlich seiner Ergebenheit stets sicher sein kann. Außerdem weiß ich ja genau, wie man dieses Verhalten bei Bedarf abstellt. Also merkte ich einfach nur trocken an, dass es ganz offensichtlich mal wieder Zeit für eine nachhaltige Erziehungseinheit und eine Portion Arschvoll werde, so wie er sich gerade aufführe.
Da wurde das Eigentum plötzlich ganz still und bat mich, darauf zu verzichten, da er sich heute schlichtweg nicht im richtigen Mindset sei, sich emotional nicht darauf einlassen könne und Angst habe, das „Spiel“ könne kippen und zu einer unangenehmen Situation für uns beide werden. Er brauche nun eher friedliche, kuschelige Nähe, als Grenzen und Konsequenz von mir.
So weit, so gut. Offene Kommunikation und klare Bedürfnisäußerung, genau was ich mir wünsche.
Jedoch setzte mich diese Aussage plötzlich überraschend unverhältnismäßig unter Druck, was ich zuerst gar nicht einordnen konnte, bis mir klar wurde, dass nicht seine Bitte nach partnerschaftlicher Nähe mich stresste, sondern das, was ich von Anderen gelernt hatte:
Ich erwartete Ambivalenz.
In nahezu allen meinen Femdom/Malesub Beziehungen kam es immer wieder zu Abwandlungen folgender Situation:
Sub provoziert, ich drohe Konsequenzen an. Sub bittet um Milde, gefolgt von einer guten Erklärung und nachvollziehbaren Gründen, weshalb sich Konsequenz und Züchtigung in diesem Augenblick für ihm „falsch“ anfühlen würde.
Wenn ich mich auf seine Erklärung einlasse und in einen eher partnerschaftlichen Modus wechsle, um ihn nicht zu überfordern, wird mir bald darauf mangelnde Dominanz vorgeworfen. Setze ich mich jedoch darüber hinweg und ziehe mein Ding durch, respektiere ich seine Grenzen nicht, bin nicht einfühlsam genug und missbrauche meine Machtposition. Was ich definitiv nicht will.
Das führt zu Unsicherheit, unangenehmen Gefühlen auf beiden Seiten und irgendwann tatsächlich zu einer gewissen Handlungsunfähigkeit meinerseits.
Ein perfides, hintergründiges Machtspiel und eine ganz besonders unangenehme Form von „topping from the bottom“.
Wenn ich mir Foreneinträge zum Thema Femdomfantasien, oder ander Blogs dazu durchlese, fällt mir immer wieder auf, dass ich mit dieser Schwierigkeit offenbar nicht alleine zu sein scheine. Das Thema „weibliche Dominanz“ löst bei vielen Männern enorm Widersprüchliches aus, selbst wenn sie sich genau hiernach angeblich noch so sehr sehnen. Inwieweit das ein bewusster, oder unbewusster Sabotageakt gegen gewollte Führung ist, sei dahin gestellt. Sicher ist jedoch, dass solche Muster eine FLR unmöglich, und eine Beziehung ungesund machen.
Meine, wie gesagt auf immer wieder gemachten Erfahrungen basierende Sorge war jedoch unbegründet. Mein Eigentum ist anders. Er sagt mir, wie er sich fühlt und überlässt es mir dann, mit diesem Wissen um seine Bedürfnisse passend umzugehen. Und das ist eine unglaubliche, enorme Erleichterung und tatsächlich neue Erfahrung für mich! Nur so kann ich tatsächlich führen und mich selbst dabei in meinen Entscheidungen vollkommen sicher fühlen – ein wundervoller Zustand, den wir beide seh genießen.
Aber wie ging die Sache nun aus, fragt ihr?
Nun, wir machten uns noch einen herrlichen, entspannten Abend an unserer liebsten Strandbar, mit Cocktails für ihn, Radler aus der Flasche für mich, Blick auf den Rhein und echtem, romantischem Date-Feeling für beide.
Und zu später Stunde im Bett, konnte ich das Eigentum durch das penetrante Einflüstern von schlüpfrig-fiesen Ideen dann doch noch erfolgreich davon überzeugen, wieder meine brave, kleine Schlampe sein zu wollen. So, wie sich das gehört.

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