In der Fantasie ist es ja oft so, dass man sein gewünschtes Lebensmodell einfach ungehemmt, dauerhaft und ohne Unterbrechungen leben kann. Bei manchen Konzepten ist das vielleicht auch tatsächlich so.
Unsere Vorstellungen, also meine und des Eigentums, wie wir unsere gemeinsame Beziehung gestalten möchten, basieren aber nun mal nicht unbeträchtlich auch auf erotisierten Idealen, was immer dann besonders kompliziert wird, wenn wir nicht allein über unsere gemeinsame Zeit bestimmen können. Dass wir beide Kinder – und zwar nicht miteinander – haben, macht die Sache zum Beispiel nicht gerade einfacher. Und dass ich derzeit gesundheitlich nicht so ganz auf der Höhe bin, ist ebenfalls keine Bereicherung.
Ich würde dennoch sagen, dass wir uns durchaus unsere Nischen und Möglichkeiten schaffen und trotz allem sehr geradlinig an unserer FLR arbeiten. Wir haben Sex, wir haben Play, temporäre Keuschhaltung des Eigentums, Teasing, Regeln, Aufgaben und einige kinky Freudschaften, die sehr dazu beitragen, unsere kinky Realität aufrechtzuerhalten. Außerdem gönnen wir uns ganz viel Kuschelzeit, gemeinsames Kochen (okay, ICH koche, er räumt die Küche auf), wir spielen Gesellschaftsspiele mit den Kindern und haben es nun sogar zum zweiten Mal geschafft, als Pärchen Netflix zu schauen. Im Bett! Und selbst das war schön, wer hätte es gedacht?
Natürlich müssen wir gerade beide etwas zurückstecken, denn immerhin wurde mir vor vier Wochen der Schädel aufgesägt, um in dessen Inneren herum zu schnibbeln. Mein Drang, mich in sexy Heels und enge Korsage zu schmeißen, hält sich also dementsprechend in Grenzen, und meine körperliche Ausdauer ist mit einem omagerechten Hundespaziergang erschöpft.
Aber meine Lust, dem wehrlosen Eigentum perverse Dinge ins Ohr zu flüstern, während er verzweifelt versucht nicht zu kommen, ist keineswegs in Mitleidenschaft gezogen. Nicht im mindesten! Und das Verlangen, dem frechen Stück den Hintern zu versohlen, weil es seine vorlaute Klappe einfach nicht halten kann, ebenso wenig. Auch, wenn ihm letzteres so gar nicht passt.
In ein paar Tagen sind wir auf einem privaten Femdom Event einer wundervollen Dame eingeladen, auf welches ich sehr gespannt bin und worauf ich mich wirklich enorm freue. Tatsächlich geht es mir körperlich jeden Tag ein kleines Bisschen besser – ein Umstand, den ich auch der Fürsorge meines Eigentums, meiner Familie und meines fantastischen Freundeskreises zu verdanken habe. Und dem, dass ich einfach nicht zu leugnen übelst Bad Ass bin.

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