Hemmnisse und Unzulänglichkeiten

„Wo für und beide Hemmnisse und Unzulänglichkeiten bestehen“, wurde ich gefragt.
Also möchte ich das erstmal aus meiner Perspektive beantworten, wo meine ganz persönlichen Hemmnisse und Unzulänglichkeiten, in Bezug auf unsere FLR, liegen.

Gestern habe ich mich mit dem Eigentum darüber unterhalten, was es in mir auslöst, dass er mich „einfach machen lässt“, ohne mich einzuengen, auszubremsen, oder mich zu bedrängen.
Tatsächlich entdecke ich genau dadurch, in Kombination mit unser beider Spieltrieb, meiner Neugierde und seiner Begeisterungsfähigkeit, immer wieder neue Aspekte an mir selbst. Somit entwickelt sich bei uns eine, wie ich finde, recht fruchtbare Kinkdynamik. Und gleichzeitig zeigt es mir auf, in welchen Aspekten ich mich bisher offensichtlich doch selbst sehr eingeschränkt und zurückgenommen habe.

Nehmen wir mal die Sache mit den Kameras:
Die hängen nun ja inzwischen wirklich in nahezu jedem Winkel seines Hauses, inklusive Schlaf- und Badezimmer. Ich hätte dies so, in diesem Extrem, sehr wahrscheinlich niemals eingefordert, wäre er mit der Grundidee nicht in Form einer vorsichtigen Bitte, an mich herangetreten.
Aber sobald mir klar war, dass er das ernsthaft von sich aus möchte, gab es kein Halten mehr.
Ebenso wenig, wie die umfängliche Handyüberwachung, wie wir sie derzeit betreiben.
Und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich mir selbst absolut übergriffig vorgekommen wäre, so etwas zu verlangen. Ich hätte mich wahrscheinlich schon für den Wunsch nach dieser Art von Machtausübung geschämt.
Es hätte sich falsch angefühlt, hätte gegen nahezu alles verstoßen, von dem ich denke, dass man es seinem Gegenüber zumuten kann.
Und zwar ist es nicht der kinky Gedanke hinter dieser Spielart, mit dem ich so meine Schwierigkeiten hatte, sondern die real eingeschränkten Persönlichkeitsrechte, die empfundene Übergriffigkeit und das absolute „Das macht man nicht mit einem anderen Menschen!“, was mich da so blockierte. Paradoxerweise kann ich nämlich gleichzeitig anarchistische Freiheitskämpferin und Verfechterin des totalitären Überwachungsdespotismus sein, wenn es um meine eigene Beziehung geht.
Ich will, dass sich das Eigentum vollkommen frei in seiner Entfaltung fühlt und trotzdem angekettet zu meinen Füßen sitzt.
Dass das ein fast unmöglicher Drahtseilakt der Ambivalenz ist, ist mir natürlich bewusst. Aber so ist es nun mal.

Eine meiner größten Unzulänglichkeiten als Femdom ist es also offenbar, dass man mir erst absolut glaubhaft versichern muss, dass man meine reale Dominanz und Grenzüberschreitung wirklich möchte. Jenseits von spielerischen „Sessions“. Dass man sich danach sehnt, von mir überstimmt und eingeschränkt zu werden.
Bekomme ich das nicht, dann bleiben wir stehen. Was natürlich für beide frustrierend werden kann.
Ich bin niemand, die sich nimmt, was sie will und braucht, wenn sie die Gefahr wittert, einen Anderen damit unglücklich zu machen. Selbst, wenn genau das letztendlich vielleicht sogar erwünscht wäre. Ich kann und ich will das nicht. Immerhin muss ich noch ein Weilchen mit mir selber leben können.

Ich weiß, dass sich das womöglich für manchen nach ermöglichtem „topping from the bottom“ anhören mag, aber das ist es nicht. Ich brauche einfach nur ein klares, unmissverständliches und von mir auch gefühltes „Go“ meines Partners, einen Regierungsauftrag quasi, damit ich meiner Dominanz freien Lauf lassen kann.
Und dann gibt es kein Halten mehr.

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