Recht spontan und unerwartet, wurde ich am Samstagabend zu einer erotischen Lesenacht, bzw. einem „erotischen SpeedDating“ in einem Nachbarort eingeladen.
Ich packte also das Eigentum ein, welches glücklicherweise das Wochenende bei mir verbrachte, und ließ mich von ihm vom Fotostudio aus direkt zur Location fahren.
So wirklich wussten wir beide nicht, was wir zu erwarten hatten, aber das macht solche skurrilen Unternehmungen ja nur noch spannender.
Der kleine Seminarraum in der alten Festung war hell und modern eingerichtet, und wir wurden von der Veranstalterin schon am Eingang freundlich und sehr herzlich begrüßt.
Die insgesamt ca. vierzig Teilnehmer hatten ein buntes Buffet zusammengestellt und unterhielten sich bereits angeregt, als wir ankamen.
Die Einladung hatte ich von einem mir bekannten Künstler erhalten, dessen schöne, eindrucksstarken Femdombilder für diesen Abend passend den Raum schmückten.
Da ich mir vorab noch keine genauen Vorstellungen davon hatte machen können, wie so ein Abend wohl ablaufen könnte, mir aber klar war, dass es darum ginge, dass möglichst viele Teilnehmer je zehn Minuten aus eigenen oder fremden, erotischen Kurzgeschichten lesen sollten, hatte ich mir sicherheitshalber Roald Dahls „Kuschelmuschel“ in die Handtasche gesteckt. Damit liegt man in Sachen sexy Storys ja nie ganz verkehrt, finde ich.
Vor Ort warf ich dann das Zettelchen mit meinem Namen in einen silbernen Lostopf und war gespannt auf das, was folgen sollte.
Dem Zufall gefiel es jedoch, die ersten Leser allesamt Männer sein zu lassen, mit eher gewohnt männlich dominierten Geschichten weitestgehend pornografischer Natur, weshalb ich mich dazu entschied, zum Wohle des Kontrastes, eine meiner eigenen Geschichten vorzutragen.
Ich habe noch nie eine BDSMGeschichte vor einem so großen, und noch dazu mir vollkommen unbekannten Publikum vorgelesen, wusste auch nicht, ob der „Stilbruch“ hin zur Femdomerotik sonderlich gut ankommen würde, hatte aber definitiv großen Spaß an der herausfordernden, spannenden Situation.
Das Eigentum war währenddessen übrigens nicht nur sichtlich stolz darauf, zu mir zu gehören (was mich immer wieder sehr freut), sondern mindestens ebenso erleichtert, doch nicht selbst lesen zu müssen – eine Vorstellung, mit der ich ihm im Laufe des Abends wiederholt zu meinem Amüsement aufgezogen hatte.
Insgesamt war das erotische SpeedDating auf jeden Fall eine neue, witzige, interessante und durchaus positive Erfahrung für uns, die wir gerne einmal wiederholen möchten.

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